Der Bulle kämpft für Bauern
Live, fernab der Privatsender, im echten Leben spielt Ottfried Fischer neue Rolle. Das Drehbuch schreibt er selbst. Otti macht sich für Milcherzeuger stark – und demonstriert gegen Molkerei-Riesen Müller.
Der Bulle von Aretsried: Ottfried Fischer hat keinen neuen TV-Job, sondern eine Rolle, die er nur einmalig annimmt. Ohne Regisseur, aber mit vielen Kameras. Das Drehbuch schreibt er selbst. Denn: Der Quoten-Bringer spielt einen Demonstranten.
Live, fernab der Privatsender, im echten Leben. Am Montag wird Otti Fischer in Aretsried gegen den Molkerei-Riesen Müller, zu dem u.a. auch Weihenstephan gehört, wettern.
Alles Müller-Miesmacher oder was?
Von wegen – der Bulle von Tölz kämpft für Bauern aus Bayern, macht sich für die Milcherzeugergemeinschaften stark.
Die werfen der Molkerei Müller Erpressertum, Abzocke, Ausnutzung und unfairen Umgang vor. Bei der Groß-Demonstration werden bis zu 5000 Menschen erwartet, die Teilnahme von Otti Fischer ist sicher.
Die Demonstranten werden mit einem Trauerzug vorbei an der Molkerei die „Fairness“ symbolisch zu Grabe tragen, anschließend hält der Top-Kabarettist die Grabrede. Fischer weiß, wovon er dann sprechen wird, schließlich führt sein jüngerer Bruder Werner einen Bauernhof im niederbayerischen Untergriesbach.
Thomas Herb, Mitarbeiter des Bayerischen Bauernverbands, sagte zur AZ: „Wir freuen uns sehr über Ottfried Fischers Mithilfe, vielleicht können wir so mehr bewegen. Wir wollen bei der Demo nicht Transparente hochhalten und laut schimpfen. Stattdessen wollen wir mit unserem Trauerspiel wachrütteln, dass es ohne Fairness nicht geht.“ In Bayern gibt es übrigens rund 27000 Milchbauern – und einen Bullen, der jetzt privat ermittelt.
Kimberly Hoppe
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