Australischer Fußballprofi Joshua Cavallo outet sich als schwul: "Ich habe mich geschämt"
Im Profifußball scheint Schwulsein auch im 21. Jahrhundert noch immer ein problematisches Thema zu sein - was jedoch nicht sein müsste, wie Thomas Hitzlsperger bereits 2014 gezeigt hat. Dennoch hat sich bislang noch kein aktiver deutscher Spieler öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. Der australische Kicker Joshua Cavallo hat jetzt Mut bewiesen und sich als schwul geoutet.
Australischer Profi-Kicker Joshua Cavallo: "Ich bin ein Fußballer und ich bin schwul"
In einem emotionalen Video spricht der 21-Jährige, der für den australischen Club Adelaide United spielt, über seine Ängste, die diesem Schritt vorausgegangen sind. "Es gibt da etwas Persönliches, dass ich mit euch teilen muss", sagt er zu Beginn des Clips an seine Fans und Follower gerichtet. "Ich bin ein Fußballer und ich bin schwul. Als ich aufgewachsen bin, hatte ich immer das Gefühl, mich verstecken zu müssen."
Vor dem öffentlichen Coming-out habe er sich lange gefürchtet, wie er erklärt: "Ich habe mich geschämt. Geschämt, weil ich nie das tun könnte, was ich liebe und schwul sein." Der Profi-Kicker sei jedoch müde, ein Doppelleben zu führen, denn er wolle eigentlich nur Fußball spielen. "Es ist anstrengend. Ich will nicht, dass jemand anderes so etwas durchleben muss."
So reagierten Teamkollegen auf Coming-out von Fußballer Joshua Cavallo
Joshua Cavallo habe Angst gehabt, dass viele Menschen anders über ihn denken würden, wenn sie über seine Sexualität Bescheid wüssten. Doch es kam anders, wie er berichtet: "Mich vor meinen Lieben, meinen Freunden und meinen Team-Kollegen zu outen, war unglaublich." Er habe viel Bestätigung und Unterstützung erhalten.
Von seinen Fans erntet der Fußballprofi viel Zuspruch, positive Kommentare und Glückwünsche. Auch aus Deutschland erreicht Joshua Cavallo eine Nachricht. Kevin-Prince Boateng teilt die Coming-out-Geschichte in seiner Instagram-Story und schreibt dazu: "Ich bin stolz auf dich!"
Zahlreiche Fans unterstützen Cavallos Homosexualität im Profifußball
Dass ein öffentliches Bekenntnis zur eigenen Homosexualität im Profifußball nach wie vor wichtig und mutig ist, zeigen negative Reaktionen auf das Coming-out von Joshua Cavallo. "Es ist seltsam, schwul zu sein", schreibt ein Hater in den Kommentaren.
Auch in Deutschland hat das Thema Diversität im Profisport während der EM 2021 einige Gemüter erhitzt. Weil Manuel Neuer als Zeichen der Solidarität mit einer Armbinde in Regenbogenfarben auf dem Platz einlief, twitterte AfD-Politiker Uwe Jung: "Münchener Arena soll beim Ungarn-Spiel in Regenbogenfarben leuchten und Neuer trägt die Schwuchtelbinde statt unserer Nationalfarben."
Für viele Fans ist Joshua Cavallo jedoch ein Vorbild. "Wir brauchen mehr starke Gleichgesinnte wie dich, um den Weg zu weisen und das Stigma zu brechen", lautet ein weiterer Kommentar.