Zeitungen: Scheele soll zum BA-Chef gewählt werden

Frankfurt/München - Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit will nach Medienberichten schon an diesem Freitag Detlef Scheele zum neuen Vorsitzenden wählen.
Der 60 Jahre alte Scheele, früher Sozialsenator in Hamburg, ist bislang Arbeitsmarkt-Vorstand und soll zum 1. April die Nachfolge von Frank-Jürgen Weise antreten, der am Samstag 65 Jahre alt wird, berichteten "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstag).
Wie die Zeitungen weiter übereinstimmend schreiben, haben sich die Spitzen des Verwaltungsrats, zu denen die öffentliche Hand, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zählen, bereits auf die Personalie verständigt.
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Scheele wird seit längerem als Favorit für Weises Nachfolge gehandelt. Bislang war vorgesehen, dass das letzte Wort aber erst in einer Verwaltungsratssitzung im November fällt. Wichtigste Aufgabe für den neuen Behördenchef wird sein, Hunderttausende Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Weise nicht wirklich im Ruhestand
Sein Ruhestand ist bereits in Sichtweite - zu seinen Hobbys Motorradfahren und Segeln wird Frank-Jürgen Weise aber auch nach seinem Rückzug aus der Führungsspitze der Bundesagentur für Arbeit (BA) und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Anfang 2017 wohl nur selten kommen. Mit der Leitung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Frankfurt am Main hat sich der Doppelbehörden-Chef bereits beizeiten eine Aufgabe für die Zeit nach BA und BAMF zugelegt.
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Denn um sich wirklich zur Ruhe zu setzen, dafür fühlt sich Weise trotz seines 65. Geburtstags, den er am kommenden Samstag (8. Oktober) feiert, noch zu jung. Zudem hält er den Geburtstag, der für Millionen von Bundesbürgern das Ende ihres Berufslebens markiert, nicht für sonderlich bedeutend. Lediglich einen kleinen Empfang für 40 enge Mitarbeiter habe er ein paar Tage nach seinem Geburtstag in der Bundesagentur geplant, heiß es in seinem Umfeld.
Und selbst wenn ihm der Sinn nach größeren Feiern stünde - ihm dürfte dafür derzeit schlicht die Zeit fehlen. Denn seit Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) ihn im vergangenen Jahr auch noch mit der Lösung der Flüchtlingskrise beauftragt hatte und ihn an die Spitze des Flüchtlingsbundesamtes stellte, blieben Weise nicht einmal die Wochenenden zum Entspannen und Auftanken.