Syrien: Araber warten auf Zugeständnisse von Assad

Die Arabische Liga will dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad noch eine weitere Chance geben. Die Gewalt gegen Demonstranten geht derweil ungebremst weiter.
dpa |
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Damaskus/Beirut - Doch während die Führung in Damaskus am Montag noch über einen neuen Vorschlag der Liga für eine Beendigung der blutigen Unruhen in Syrien beriet, gingen die Regierungstruppen weiter mit Gewalt gegen die Protestbewegung vor. Eine syrische Menschenrechtsorganisation meldete, in der Stadt Homs sei ein junger Mann von einem Heckenschützen getötet worden.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete unterdessen, Außenminister Walid al-Muallim habe mit dem Außenminister-Komitee der Arabischen Liga am Sonntagabend in Katar einen "ehrlichen Dialog" geführt. In einigen Punkten habe man bereits eine Einigung erzielt, in anderen Fragen bestehe noch Gesprächsbedarf. Katars Außenminister, Scheich Hamad bin Dschasim Al-Thani, hatte nach dem Treffen erklärt, die arabischen Staaten wollten eine "ausländische Einmischung" im Syrien-Konflikt verhindern. Deshalb habe man die Liga nun einen zweiten Vorschlag erarbeitet. Zum Inhalt dieses Dokuments machte er keine Angaben.

Einen ersten Vorschlag der Liga, die von Assad Mitte Oktober einen Abzug der Armee aus den Städten und einen Dialog mit der Opposition gefordert hatte, hatte die syrische Führung abgelehnt. Auch der syrische Nationalrat, dem die meisten Oppositionsgruppen angehören, hatte erklärt, ein Dialog sei angesichts des Blutvergießens unmöglich. In einem Interview mit der britischen Zeitung "The Telegraph" erklärte Assad, es sei reine Zeitverschwendung, über den Nationalrat sprechen.

Regimegegner, die im Libanon Zuflucht gesucht haben, berichteten am Montag, ein syrischer Oppositioneller sei am Flughafen Beirut festgenommen worden. "Wir glauben, dass die Unterstützer Syriens im Libanon, die momentan die Regierung dominieren, den syrischen Behörden helfen, alle Aktivisten aufzuspüren, die in den Libanon geflohen sind", erklärte ein Aktivist, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen wollte. Seit Beginn der Proteste gegen Assad im vergangenen März sollen in Syrien weit über 3000 Menschen getötet worden sein.

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