Selbstmordanschlag in Kabul: Mindestens 42 Tote

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Kulturzentrum in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 42 Menschen getötet und weitere 84 verletzt worden.
dpa |
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Bewaffnete Sicherheitskräfte sichern am Donnerstag den Bereich vor dem Kulturzentrum, in dem es zum Anschlag kam.
Rahmat Gul/AP/dpa Bewaffnete Sicherheitskräfte sichern am Donnerstag den Bereich vor dem Kulturzentrum, in dem es zum Anschlag kam.

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Kulturzentrum in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens 42 Menschen getötet und weitere 84 verletzt worden.

Kabul - Zuerst habe sich in dem Gebäude ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi, am Donnerstag. Als Menschen zu Hilfe gekommen seien, seien vor dem Haus zwei weitere Bomben explodiert. Medien berichteten, dass sich in dem Gebäude Studenten oder Akademiker getroffen hätten.

IS reklamiert Anschlag für sich

Mittlerweile hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Anschlag für sich reklamiert. Die Tat sei von einem Mitglied ausgeführt worden, berichtete das IS-Sprachrohr Amak am Donnerstag unter Berufung auf IS-Kreise. Das im Internet verbreitete Bekennerschreiben konnte zunächst nicht unabhängig auf seine Echtheit überprüft werden.

Der Anschlag geschah in einem schiitischen Viertel der Stadt. Dort hat die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in den vergangenen Monaten wiederholt schwere Attentate verübt.

In derselben Gegend, im größten Kabuler Schiitenviertel Dascht-e Bartschi, hatte der IS zuletzt im Oktober einen Selbstmordattentäter in eine schiitische Moschee geschickt. 71 Menschen starben während des Freitagsgebets. Seitdem hat der IS aber auch in anderen Stadtteilen Anschläge verübt und zum Beispiel einen großen Fernsehsender und ein Geheimdienstbüro angegriffen.

Seit Januar gab es in Kabul mehr als 20 schwere Anschläge von IS, aber auch Taliban. Hunderte Menschen wurden dabei getötet und verletzt. Bei dem schwersten Anschlag vor der deutschen Botschaft im Mai sollen um die 150 Menschen getötet worden sein.

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