Rentenerhöhung ändert nichts an Altersarmut

Trotz der sich für 2016 abzeichnenden deutlichen Rentenanhebung ist nach Ansicht des Sozialverbandes VdK die Gefahr einer um sich greifenden Altersarmut nicht gebannt.
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Kaum Geld: Trotz Rentenerhöhung wird sich an der Altersarmut nichts ändern, meint der Sozialverband.
dpa Kaum Geld: Trotz Rentenerhöhung wird sich an der Altersarmut nichts ändern, meint der Sozialverband.

Die Altersbezüge dürften im nächsten Jahr deutlich steigen, die Rentner sich somit freuen. Doch die Reserve der Rentenversicherung nimmt stetig ab. Hier schlägt der demografische Wandel durch.

Berlin/Würzburg - Trotz der sich für 2016 abzeichnenden deutlichen Rentenanhebung ist nach Ansicht des Sozialverbandes VdK die Gefahr einer um sich greifenden Altersarmut nicht gebannt.

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher sagte der Deutschen Presse-Agentur, nach den "mageren" Rentenerhöhungen der letzten Jahre sei 2016 endlich "mal wieder mit einer guten Nachricht" für die 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner zu rechnen.

Für das kommende Jahr wird nach bisher bekannt gewordenen Einschätzungen mit einem Anstieg der Renten zwischen vier und fünf Prozent gerechnet. Zum 1. Juli 2015 steigt die Rente im Westen um 2,1 Prozent und im Osten um 2,5 Prozent.

 

Rentenniveau sinkt kontinuierlich

 

Dennoch bleibe Altersarmut weiter ein Thema, so die VdK-Präsidentin. "Die Neurenten befinden sich seit Jahren im rasanten Sinkflug." Schuld daran sei das absinkende Rentenniveau. Schon heute liege es bei 47,4 Prozent. Bis 2030 soll es auf 43 Prozent fallen. "Es muss aber mindestens auf 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns angehoben und dort eingefroren werden", forderte Mascher. "Sonst ist auch für einen Durchschnittsverdiener die Einschränkung der Lebensqualität im Alter zu hoch."

Lesen Sie hier: Armut in München: Hier reicht die Rente nicht

In der gesetzlichen Rentenversicherung wird nach Informationen der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch) 2016 ein Fehlbetrag von 2,9 Milliarden Euro erwartet. Dieser solle aus der Reserve der Rentenkasse ausgeglichen werden. Die Zeitung zitiert aus dem Haushaltsplan der Deutschen Rentenversicherung Bund. Ende September verfügte die Rentenkasse demnach über eine Rücklage von 30,77 Milliarden Euro, was 1,6 Monatsausgaben entspricht. Für das laufende Jahr gehe die Rentenversicherung von einem Defizit von 2,1 Milliarden Euro aus.

Lesen Sie hier: Altersarmut in Deutschland: Armut trifft immer mehr ältere Menschen

Laut der Vorlage für Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) würden die Ausgaben der Rentenversicherung im kommenden Jahr um zwei Prozent auf 143,3 Milliarden Euro steigen, so die Zeitung. Angesichts der guten Beschäftigungslage und einer erwarteten Steigerung der Bruttolöhne von 3,0 Prozent werde ein Anstieg der Einnahmen von 138,4 Milliarden Euro (2015) auf 140,4 Milliarden Euro erwartet. Bei den Planungen gehe die Rentenversicherung davon aus, dass der Beitragssatz unverändert bei 18,7 Prozent bleibt und die Renten Anfang Juli 2016 im Westen um 4,35 Prozent und im Osten um 5,03 Prozent steigen.

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