Rente: Und wie geht’s nach 2018 weiter?

Für Senioren steigen die Rentenbezüge im kommenden Jahr, der Beitragssatz dürfte auf 18,6 Prozent sinken. Doch ein Blick in die Zukunft verheißt nicht allzu viel Gutes.
Basil Wegener |
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Die Rentenbezüge steigen im kommenden Jahr. Es ist jedoch nicht alles Gold, was glänzt.
Marijan Murat/dpa Die Rentenbezüge steigen im kommenden Jahr. Es ist jedoch nicht alles Gold, was glänzt.

Drei Dinge sind derzeit ziemlich sicher bei der Rente: Wegen Rekordbeschäftigung, Lohnplus und guter Konjunktur dürfte der Rentenbeitrag 2018 von 18,7 auf 18,6 Prozent sinken. Die Renten dürften zum 1. Juli um rund drei Prozent in Ost und West steigen (AZ berichtete). Und nach wenigen weiteren stabilen Jahren bei der gesetzlichen Rente dürfte die Rentenkasse noch vor 2025 stark unter Druck geraten und das Absicherungsniveau sinken.

Doch was dann auf die Rentner wirklich zukommt, hängt auch vom Kurs der Jamaikapartner ab, der sich bisher nur grob abzeichnet.

Alexander Gunkel bringt es auf den Punkt. „Die geburtenstarken Jahrgänge bescheren den Sozialkassen ein Zwischenhoch“, sagt der Chef der Rentenversicherung. „Diese Entwicklung dürfte sich in ihr Gegenteil verkehren, wenn diese Jahrgänge in Rente gehen.“ In Ziffern: Die Zahl der Beitragszahler steigt 2018 wohl noch mal um 1,8 und 2019 um 1 Prozent – in den Jahren darauf nur noch um 0,4 Prozent. Der Beitragssatz geht ab 2023 wohl in die Höhe auf satte 21,6 Prozent 2030. Das Rentenniveau sinkt vom bis 2020 erwarteten Wert von 48,3 Prozent auf 42,2 Prozent (2045). Das spürbare Rentenplus 2018 ist also nicht viel mehr als eine Geldspritze für die rund 21 Millionen Rentner mit begrenzter Wirkung.

Immerhin: In den kommenden 15 Jahren dürften die Renten steigen – wenn auch mit im Schnitt zwei Prozent geringer.

Jamaika-Sondierungen geben Anlass zur Hoffnung

Bereits heute gibt es viele, die von Altersarmut bedroht sind: Geringverdiener, Soloselbstständige, Menschen mit Erwerbsminderung. Hier verheißen Zwischenstände der Jamaika-Sondierung Verbesserungen. So könnten Selbstständige generell in die Rentenversicherung eintreten müssen.

Geringverdienern könnte mit einem Zuschlag über die Grundsicherung geholfen werden. Bei Erwerbsgeminderten könnten Abschläge gesenkt werden. Dann dürften aber mehr Menschen versuchen, diese attraktivere Option zu ergreifen. Das hätte mehr Gutachten und Gerichtsstreitigkeiten zur Folge.

Ein Ziel, das die Jamaika-Partner eint: ein noch flexiblerer Renteneintritt. Dass die Menschen nach Möglichkeit auch privat und betrieblich vorsorgen sollen – daran dürften die Jamaikaner festhalten.

Die Rentenversicherung will da mehr Transparenz schaffen: 2018 soll ein erster Schritt gemacht werden beim Ziel, eine Übersicht über die zu erwartenden Bezüge aus allen drei Formen der Altersvorsorge auszugeben.

Lesen Sie auch: Sondierer beraten erneut über Streitthema Migration

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