Nachfrage nach Bildungspaket steigt nur langsam

Die Nachfrage nach Leistungen aus dem Hartz-IV-Bildungspaket steigt langsam an, wenn auch nur ...
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Berlin - Die Nachfrage nach Leistungen aus dem Hartz-IV-Bildungspaket steigt langsam an, wenn auch nur langsam.

Nach einer Blitzumfrage des Deutschen Städtetages bei 15 kreisfreien Städten aus neun Bundesländern wurden bis Mitte September im Schnitt für 36 Prozent der berechtigten Kinder Anträge gestellt. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Die Nachfrage nach dem Bildungspaket verbessere sich "Monat für Monat". Immer mehr Eltern würden durch die Informationsoffensive auf das Paket aufmerksam. "Die Leistungen werden insgesamt aber noch zu wenig in Anspruch genommen", sagte Articus. Die größte Nachfrage gibt es nach seinen Worten bislang für Leistungen zu Klassenfahrten und Mittagessen. Nur auf geringes Interesse stießen hingegen die Angebote für Lernförderung.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband verlangte eine umfassende Reform. Das Bildungspaket sei "ist im Praxistest mit Bausch und Bogen durchgefallen", erklärte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider am Sonntag in Berlin. Es gehe sowohl an den Notwendigkeiten einer effizienten Verwaltung als auch den Lebensrealitäten der Menschen völlig vorbei.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) selbst hatte Ende Juni - nach den bis dahin eher enttäuschenden Zahlen - die Erwartungen geweckt: "Die nächste große Wegmarke ist der Beginn des neuen Schuljahres. Dann muss alles startklar sein." Inzwischen sind in allen Bundesländern die Sommerferien vorbei.

Die Städte engagierten sich - so Articus - "nach besten Kräften", doch die Umsetzung brauche "nach wie vor Zeit und Geduld". Dies liege vor allem daran, dass sich der Gesetzgeber bewusst für Sachleistungen und gegen Geldleistungen entschieden habe. Deshalb arbeiteten Bund, Länder und Kommunen daran, den bürokratischen Aufwand zu reduzieren. "Sinnvoll wäre es zum Beispiel, wenn die Städte in stärkerem Maße Eltern Kosten erstatten können, zum Beispiel für Mittagessen oder Klassenfahrten. Da muss ja nicht immer mit Gutscheinen operiert werden", sagte Articus.

Für den Hauptgeschäftsführer ist es die gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen, den Familien das Bildungspaket noch schmackhafter zu machen. Mitwirken müssten aber auch Schulen, Kindergärten, Vereine und Eltern. Er warnte insgesamt vor übereilten Erwartungen: Bessere Bildung und Teilhabe ließen sich "nur nach und nach verwirklichen".

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