Mehr Geld von den Energiekonzernen: Merkels Besuch in Lingen

Mit überdimensional großen Merkel-Masken und Plakaten demonstrierten die Atomkraftgegner während Merkels Besuch im Kernkraftwerk Lingen. Die Bundeskanzlerin möchte dagegen möchte Geld von den Atomkraftbetreibern.
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Hunderte Atomkraftgegner protestierten, als Bundeskanzlerin Merkel das Kernkraftwerk besuchte
dpa Hunderte Atomkraftgegner protestierten, als Bundeskanzlerin Merkel das Kernkraftwerk besuchte

LINGEN - Mit überdimensional großen Merkel-Masken und Plakaten demonstrierten die Atomkraftgegner während Merkels Besuch im Kernkraftwerk Lingen. Die Bundeskanzlerin möchte dagegen möchte Geld von den Atomkraftbetreibern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will von den Atomkraftbetreibern bei einer Verlängerung der Kraftwerkslaufzeiten finanzielle Zusagen über die geplante Brennelementesteuer hinaus. „Um das Ziel der Haushaltskonsolidierung zu erreichen, haben wir eine Abgabe im Auge“, sagte Merkel am Donnerstag in Lingen beim Besuch eines Kernkraftwerks des Energiekonzerns RWE.

„Darüber hinaus müssen wir darüber sprechen, in welcher Weise die Energieversorger einen Beitrag für die erneuerbaren Energien leisten werden“, fügte sie hinzu. Merkels Besuch im Kernkraftwerk wurde von mehreren hundert Atomkraftgegner begleitet, die lautstark gegen die Pläne der Regierung demonstrierten.

Am Dienstag hatte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) bereits betont, dass im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei, dass die zusätzlichen Gewinne aus längeren Laufzeiten für die Förderung der erneuerbaren Energien eingesetzt werden sollen.

Zur Ausgestaltung der Steuer und Form sowie die Höhe einer weiteren Abgabe der Energiekonzerne hatte sich Röttgen nicht geäußert. Beide Beschlüsse, also sowohl der Beitrag aus einer Brennelementesteuer von 2,3 Milliarden Euro jährlich als auch die Formulierungen des Koalitionsvertrages, seien aber gültig. „Wie man das verknüpft, muss diskutiert werden“, hatte Röttgen gesagt, der dabei laut eigener Aussage aber Belastungsgrenzen der Unternehmen im Auge behalten will.

Die Frage, wie lange deutsche Atomkraftwerke länger in Betrieb bleiben dürfen und welche Gegenleistung die Versorger dafür erbringen müssen, spaltet derzeit die Politik. Die im Juni vorgestellten Pläne zur Besteuerung des Brennelementeeinsatzes lehnen die Konzerne ab und plädieren stattdessen für eine Fondslösung. Das Bundeskabinett will die Steuer in der kommenden Woche beschließen und Ende September ihr Energiekonzept vorlegen, in dem die Laufzeitfrage geklärt werden soll.

ddp

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