Lammert kritisiert Medien im Fall Wulff

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die Rolle der Medien in der Kreditaffäre von Bundespräsident Christian Wulff kritisiert.
dpa |
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Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die Rolle der Medien in der Kreditaffäre von Bundespräsident Christian Wulff kritisiert. Nicht nur Wulff müsse sich fragen, ob er mit den privaten Vorgängen und den damit verbundenen Vorwürfen angemessen umgegangen sei.

Berlin - "Auch die Medien haben Anlass zu selbstkritischer Betrachtung ihrer offensichtlich nicht nur an Aufklärung interessierten Berichterstattung", sagte der Parlamentspräsident der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Nach seinen Worten hat die Art und Dauer der Auseinandersetzung nicht nur den Amtsinhaber persönlich enorm strapaziert, sondern auch das Amt und seine Autorität berührt. "Das hat Christian Wulff öffentlich eingeräumt."

Eine Bonitätsprüfung von Politikern vor Antritt eines hohen Amtes - etwa nach amerikanischem Vorbild - nannte der CDU-Politiker "gut gemeint, aber wenig hilfreich". Er teile nicht die Hoffnung, dass ein solcher Test die erhofften ultimativen Aufschlüsse bringe. "Die einzige Wirkung, die ich sehe: Immer weniger geeignete Leute finden sich bereit, in die Politik zu gehen", warnte Lammert. In Deutschland erreiche ohnehin keiner ein hohes Amt, der sich nicht einem virtuellen Bonitäts-Check der Medien unterzogen habe.

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