Erst studieren, dann zahlen: Kommt der Kompromiss?
Akademiker könnten künftig erst dann zur Kasse gebeten werden, wenn sie im Berufsleben angekommen sind. Ein Vorschlag für "nachgelagerte Studiengebühren" liegt auf dem Tisch.
München - Im bayerischen Koalitionsstreit um Studiengebühren liegt ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch. In CSU und FDP mehren sich die Stimmen, Akademiker erst dann zur Kasse zu bitten, wenn sie im Berufsleben angekommen sind, wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe) berichtet. Dieses Konzept der sogenannten nachgelagerten Studienbeiträge, das die Liberalen bereits im Wahlprogramm für 2008 formuliert hatten, könnte die derzeit fälligen Semestergebühren ablösen. Aus Koalitionskreisen wurde der dapd bestätigt, dass über diesen Vorschlag jetzt gesprochen werde, um den drohenden Bruch des Regierungsbündnisses doch noch abzuwenden.
Die schwarz-gelbe Koalition befindet sich seit einigen Wochen in einer schweren Krise, weil die CSU die Studiengebühren rasch abschaffen möchte, die Liberalen jedoch an den Beiträgen festhalten wollen. Die Opposition setzt auf ein Volksbegehren, um die Studiengebühren noch vor der Landtagswahl im Herbst 2013 zu kippen.