Die Machtprobe
AZ-Chefreporter Matthias Maus über die drohende US-Staatspleite.
Es ist ein Spiel um die Macht, und es könnte die Welt in eine neue tiefe Krise reißen. Der Streit um den Haushalt in den USA ist kein fernes Beben, der Kampf zwischen Barack Obama und den Republikanern geht uns alle etwas an. Bis zum kleinen Konsumenten wären die Auswirkungen zu spüren, sollte Amerika sich wirklich eine Staatspleite leisten.
Die Fronten sind klar. Noch jeder Präsident seit Reagan hat Wahlkampf gemacht mit dem Versprechen, keine Steuern zu erhöhen.Deshalb nehmen die USA seit Jahren zu wenig ein. Auf der anderen Seite geben Staat und Konsumenten im Ursprungsland der Kreditkarten zu viel aus. Was in Griechenland nicht aufgeht,rechnet sich auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht.
Obama, ein Präsident, der mittlerweile drei Kriege finanzieren muss und das Defizit obendrein, will die Konsequenzen ziehen und – unerhört! – Reiche auch zahlen lassen.
Für die Republikaner ist das der Sündenfall, und die Gelegenheit, Washington als Feind der Freien hinzustellen. Lieber riskieren sie eine Depression in der größten Volkswirtschaft oder eine Weltwirtschaftskrise, in der niemand mehr investiert, als dem verhassten Präsidenten einen Erfolg zu gönnen.
Kommt es zum Ernstfall, sind die Folgen unabsehbar. Und unabsehbar ist auch, wem die Wähler die Schuld am Schlamassel geben werden. Wer knickt ein in der Kraftprobe? Für Obama sind es die entscheidenden Tage seiner Präsidentschaft.
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