Die Frauen-Connection in der CSU

Drei Freundinnen wollen in der CSU an die Macht und bringen sich in Stellung. Das sorgt bei den schwarzen Männern für Aufregung.
Angela Böhm |
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Sie wird als mögliche Seehofer-Nachfolgerin gehandelt: Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU).
dpa 2 Sie wird als mögliche Seehofer-Nachfolgerin gehandelt: Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU).
Ist neue Chefin der CSU-Europaparlamentarier: Angelika Niebler.
dpa 2 Ist neue Chefin der CSU-Europaparlamentarier: Angelika Niebler.

Mit Angelika Niebler hat schon eine CSU-Frau nach der Macht gegriffen. Als nächste könnten Ilse Aigner und Monika Hohlmeier dran sein.

München - Seilschaften zur Macht waren in der CSU bisher ausschließlich Männer-Sache: Jetzt aber sorgt eine schwarze Frauen-Connection bei den christsozialen Männern für Wirbel. Drei Freundinnen wollen an die Macht.

Das Seil in der Hand hält Strauß-Tochter Monika Hohlmeier. Sie plant offenbar ihr ganz großes Comeback – gemeinsam mit der neuen CSU-Europagruppen-Chefin Angelika Niebler und Seehofers Kronprinzessin Ilse Aigner. „Ich bin wieder da“, vor diesem Triumph-Schrei fürchtet sich vor allem die CSU-Landtagsfraktion.

Schon wird kolportiert: Wenn Aigner Seehofers Nachfolgerin auf dem Bayernthron werde, hole sie ihre Busenfreundin Monika zurück ins Kabinett. Die beiden Oberbayerinnen sind schon seit ihrer Jugend befreundet. Gemeinsam machten Ilse und Moni wochenlang Urlaub im Ferienhaus an der Côte d'Azur, das Hohlmeier von ihrem Vater Franz Josef Strauß geerbt hat. In den Bergen besitzen die beiden gemeinsam ein Haus.

Für Ludwig Spaenle wäre Hohlmeiers Comeback eine Horror-Vorstellung

Von ihrem Vater hat Hohlmeier auch das Politiker-Gen zum Comeback. Der musste 1962 nach der „Spiegel-Affäre“ zurücktreten. Vier Jahre danach feierte er seine fulminante Rückkehr an den Kabinettstisch als Bundesfinanzminister. 1978 wurde er dann Ministerpräsident in Bayern.

Dass auch Monika Hohlmeier Wiederauferstehung im bayerischen Kabinett feiern könnte, ist vor allem für Bildungsminister Ludwig Spaenle eine Horrorvision. Der Münchner hatte alles dafür getan, dass Hohlmeier, die einstige Hoffnungsträgerin der Partei, 2004 als Bezirksvorsitzende der CSU in München ihren Hut nehmen und ein Jahr danach auch als Schulministerin zurücktreten musste.

Ihre Parteifreunde verziehen ihr damals nicht, dass sie ihnen drohte („Ich habe gegen jeden von euch was“), während sie selbst als „Dirigentin“ in der Affäre um gekaufte Stimmen und Wahlfälschung unterging. Spaenle nannte sie öffentlich eine „Lügnerin“. Spaenle wiederum gehört zu den engsten „Buddies“ von Finanzminister Markus Söder, der auch Seehofer-Nachfolger werden will. Auch ihre Familien sind miteinander befreundet: Spaenle ist sogar der Taufpate von Söders Sohn.

Angelika Niebler entmachete Markus Ferber

Eine erste Etappe zu ihrer Rückkehr an die Macht hatte Hohlmeier diese Woche schon siegreich hinter sich gebracht und gezeigt, dass Frauen genauso gnadenlos sein können, wie ihre Parteifreunde. Gemeinsam mit Angelika Niebler, der Chefin der Frauenunion, entmachtete sie eiskalt den bisherigen Vorsitzenden der CSU-Europa-Gruppe, Markus Ferber (AZ berichtete). Seinen Job übernahm Niebler.

Hohlmeier ist nun hinter ihr die Nummer zwei und neue Parlamentarische Geschäftsführerin der CSU in Brüssel. Das Wort geführt habe bei der Aktion die Strauß-Tochter, heißt es in der CSU. Niebler und Hohlmeier kennen sich seit Jahrzehnten aus Vaterstetten. Bis zu ihrer Scheidung im vergangenen Jahr besaß Hohlmeier dort gemeinsam mit ihrem Mann ein Haus. Ihre Kinder wuchsen in dem Münchner Vorort auf. Auch Niebler wohnt dort mit ihrer Familie.

 

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