„Das Fahrrad kommt nach!”

Für Daniela Schadt ändert sich vieles als First Lady – aber nicht alles, hofft sie
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Dier 52-jährige Nürnbergerin ist seit zwölf Jahren mit Joachim Gauck liiert. Sie zieht zu ihm nach Berlin.
dpa Dier 52-jährige Nürnbergerin ist seit zwölf Jahren mit Joachim Gauck liiert. Sie zieht zu ihm nach Berlin.

Das Kostüm ist noch rechtzeitig aus der Reinigung gekommen. „Das hab ich nur zwei mal getragen”, sagt Daniela Schadt auf die Frage, ob sie sich ein neues Kleid gekauft hat für den großen Tag. Nicht nötig, großes Aufheben macht die 52-jährige nicht, nur weil „der Jochen” Bundespräsident wird.

Am liebsten trägt die Nürnberger Journalisten ohnehin Jeans – oder irgendetwas, das Fahrrad-tauglich ist: „Bei Wind und Wetter”, sagt ihr Chefredakteur Raimund Kirch, kommt die politische Journalisten mit dem Rad ins Büro der „Nürnberger Zeitung”. Das ist jetzt erstmal vorbei.

Daniela Schadt, im hessischen Hanau geboren, wird zu Joachim Gauck nach Berlin ziehen und die neue First Lady: „Das Fahrrad kommt aber nach”, hat sie versichert.

Meinungsstark, selbstbewusst ist „die Dani”, so nennt Joachim Gauck seine Partnerin. Seit 2000 sind sie ein Paar, wenn auch ohne Trauschein. Vor zwölf Jahren lernte die Redakteure den damaligen Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde bei einem Vortrag kennen. Seither gab es eine Fernbeziehung, das ist jetzt vorbei: „Wir werden wohl die Dienstvilla in Dahlem nutzen.” Auch aus einem ganz praktischen Grund: „Das war unseren Nachbarn nicht zuzumuten, dass sie nicht mehr vor dem Haus parken dürfen.” Bisher lebte Joachim Gauck im Berliner Stadtteil Schöneberg.

Wie geht es weiter für Daniela Schadt? Sie werde sich umsehen, auf welchem Gebiet sie sie engagiere. Ihre Vorgängerinnen gaben ihren Namen für wohltätige Organisationen. Aber: „Nur die Frau des Bundespräsidenten sein, das reicht nicht.” Und: „Es steht nichts im Grundgesetz, dass die Frau des Bundespräsidenten nicht arbeiten darf”, hat sie gesagt: „Ich glaube nicht, dass dem Land etwas fehlt, wenn ich das tue”. Dennoch gibt sie ihren Nürnberger Job erstmal auf. Dass ihr etwas fehlen wird im neuen Leben, das hofft sie vermeiden zu können: „Ich bin zuversichtlich, dass ich mich auch in Zukunft mit Freundinnen treffen und einkaufen gehen kann.”

Ganz unkompliziert geht sie auch mit der Ehefrage um, die vor allem Erzkonservative in der Union umtreibt: „Nur aus protokollarischen Gründen zu heiraten, das fände ich auch nicht richtig.” Die vier erwachsenen Kinder Gaucks und seine Frau können mit der Situation umgehen, „Da kann es das Land vielleicht auch.” Ja, sie werde ihren Jochen auf Auslandsreisen begleiten – außer wenn es protokollarische Verwicklungen wegen des Familienstands gebe.

Die Rolle der First Lady wird sich ändern: Auch wenn Daniel Schadt sagt: „Natürlich werde ich weiter eine Meinung haben und sie vertreten. Es ist auch nicht zu erwarten, dass ich gar nichts sage”.
Tatsächlich hat sie eine Rückfahrkarte: „Wir haben uns oft gezofft”, sagt ihr Chefredakteur Kirch, „aber dann haben wir uns vertragen. Sie kann jederzeit zur Zeitung zurückkehren.”

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