Österreich und Schweiz: Viele Lawinenabgänge am 2. Weihnachtsfeiertag

Starke Schneefälle haben die Lawinengefahr über die Weihnachtsfeiertage stark steigen lassen. In mehreren Skigebieten in Österreich und der Schweiz wurden Menschen verschüttet. 
AZ/dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ bei Google News
Andermatt: Ein Rettungsteam mit Helikoptern nimmt an der Suchaktion teil. Die Lawine ist auf eine Skipiste niedergegangen.
Uncredited/20minuten Switzerland/AP/dpa Andermatt: Ein Rettungsteam mit Helikoptern nimmt an der Suchaktion teil. Die Lawine ist auf eine Skipiste niedergegangen.

Andermatt/Mallnitz – Eine mächtige Lawine hat sechs Skiläufer in den Schweizer Alpen verschüttet. Rettungskräfte bargen zwei Leichtverletzte aus den Schneemassen, wie die Polizei im Wintersportort Andermatt mehrere Stunden nach dem Unglück am zweiten Weihnachtsfeiertag mitteilte. Vier Menschen hätten sich unverletzt aus dem Schnee befreien können oder seien von Rettern während einer großangelegten Suchaktion herausgezogen worden.

Tags zuvor hatten Einsatzkräfte schon ein Lawinenopfer in Österreich nach fünf Stunden lebend aus dem Schnee gerettet. Angesichts dieses Zeitraums sprach der zuständige Landesleiter der Bergrettung, Michael Miggitsch, von einem "Weihnachtswunder".

Lawinenabgang in Andermatt: Vier Personen verschüttet

Die Lawine von Andermatt war am Vormittag auf eine markierte Skipiste niedergegangen. Zunächst seien zwei Leichtverletzte geborgen worden, teilte die Kantonspolizei Uri mit. Sie seien von der Alpinen Rettung Zentralschweiz (Rega) in ein Krankenhaus geflogen worden.

Andermatt: Ein Rettungsteam mit Helikoptern nimmt an der Suchaktion teil. Die Lawine ist auf eine Skipiste niedergegangen.
Andermatt: Ein Rettungsteam mit Helikoptern nimmt an der Suchaktion teil. Die Lawine ist auf eine Skipiste niedergegangen. © Uncredited/20minuten Switzerland/AP/dpa

Die Polizei vermutete aufgrund von Zeugenaussagen, dass noch mehr Personen verschüttet worden waren. Tatsächlich meldete sie dann am Nachmittag die vier unverletzten Verschütteten. Gegen 18.15 Uhr beendete die Einsatzleitung die Suche. Man sei sich sicher, dass die Lawine weiter niemanden verschüttet hatte. "Wir suchen, bis wir den ganzen Lawinenkegel abgesucht haben und zu 100 Prozent sicher sind, dass niemand mehr unter der Schneemasse liegt", hatte Kommandant Reto Pfister von der Kantonspolizei Uri zuvor versichert.

Die Piste wurde gerade erst eröffnet

Pfister sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es ist eine Lawine von beachtlicher Größe." Im Internet kursierten Aufnahmen von dem Unglück bei strahlendem Sonnenschein, die einen mächtigen Schneeabgang zeigten, der Skifahrer zu verschlucken schien.

Die betroffene Skipiste war am Morgen zum ersten Mal in dieser Saison geöffnet worden, sagte der Sprecher der Skiarena Andermatt-Sedrun, Stefan Kern. Sie musste erst noch präpariert und gesichert werden.

Laut dem Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) gilt für die Region Andermatt die Gefahrenstufe 3. Das bedeutet: erhebliche Lawinengefahr. Lawinen können schon von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden und gefährlich groß werden. In den vergangenen Tagen hatte es viel Neuschnee in dem Gebiet gegeben. Die Lawine löste sich laut Polizei gegen 10.50 Uhr im Gebiet Oberalp/Felli.

Der in Österreich verschüttete Skitourengeher war nach fünf Stunden unter dem Schnee nach Polizeiangaben stark unterkühlt und verletzt, aber außer Lebensgefahr. Er kam ins Krankenhaus in Schladming. Der 26-jährige Österreicher habe offenbar einen Luftraum vor seinem Gesicht zum Atmen gehabt, hieß es.

Lesen Sie hier: Entkräftet und überfordert - Bergwacht rettet drei Münchner vom Watzmann

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
0 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.