Japaner ältester Mensch auf Mount Everest

1970 fuhr Yuichiro Miura den höchsten Berg der Welt auf Skiern herab. Jetzt hat der Japaner im Alter von 80 Jahren als der älteste Mensch der Welt den Mount Everest erneut erklommen.
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Yuichiro Miura hat sich den Rekord zurück geholt. Er ist der älteste Mensch, der je den Mount Everest bestiegen hat.
dpa Yuichiro Miura hat sich den Rekord zurück geholt. Er ist der älteste Mensch, der je den Mount Everest bestiegen hat.

Tokio Der Japaner Yuichiro Miura hat mit 80 Jahren als ältester Mensch der Welt den höchsten Berg der Welt, den 8850 Meter hohen Mount Everest, erklommen. Das teilte eine Sprecherin seines Managements in Tokio am Donnerstag mit. Miura habe den Gipfel um 09.00 Uhr Ortszeit erreicht.

Es war Miuras dritte Besteigung, trotz Herzproblemen. Bereits mit 70 Jahren hatte er als damals ältester Mensch der Welt den Everest erklommen. Mit 75 noch einmal. Jetzt übertrumpfte er den bisherigen Rekordhalter, den Nepalesen Min Bahadur Sherchan, und hält erneut den Rekord als ältester Mensch.

Er sei zwar erschöpft, fühle sich aber „großartig“, teilte die Sprecherin mit. „Selbst im Alter von 80 Jahren kann ich weitermachen und weitermachen“, sagte Miura nach seinem dritten erfolgreichen Aufstieg über Telefon seinen Mitarbeitern. Mit seinem Sherpa war er vom letzten von sechs Basislagern auf einer Höhe von 8500 Metern kurz nach 02.00 Uhr Ortszeit aufgebrochen und erreichte den Gipfel weniger als sieben Stunden später.

Damit brach der Japaner den bisherigen Rekord von Sherchan, der 2008 mit 76 Jahren auf dem höchsten Berg der Welt stand. Der inzwischen 82 Jahre alte Nepalese ist allerdings nach nepalesischen Angaben schon wieder am Everest auf dem Weg nach oben. „Das ist das absolute Anti-Aging“, hatte der neue Rekordhalter Miura kurz vor seiner Abreise nach Nepal gesagt. Es gehe ihm nicht so sehr um den Rekord, sondern um die Herausforderung.

Miura hatte in letzter Zeit mit Herzrhythmusstörungen zu kämpfen. Erst im Januar war er zum vierten Mal operiert worden. Er ließ daher diesmal sechs Lager anlegen, mehr als gewöhnlich. Das sollte ihm das Klettern ohne Höhenkrankheit ermöglichen, hieß es. Ab etwa 7000 Metern begann er, mitgeführten Sauerstoff zu atmen.

Als er die Lhotse-Wand, eine etwa 45 Grad steile Eiswand, anging, sei er schneller geklettert als jüngere Bergsteiger einer anderen Kletterpartie. „Ich bin sehr stolz auf meinen Vater, weil er weiterhin Herausforderungen angeht“, sagte seine 52 Jahre alte Tochter Emiri in Tokio. Ein Sprecher der japanischen Regierung nannte Miura ein leuchtendes Vorbild für die alternde Gesellschaft. Miura muntere alte Menschen auf und gebe ihnen Hoffnung.

1970 war er den Mount Everest als erster Mensch aus 8000 Metern Höhe auf Skiern herabgefahren. Von Miuras spektakulärer Abfahrt mit Hilfe eines Fallschirms, die er fast mit dem Leben bezahlt hätte, handelt der Film „The Man Who Skied Down Everest“ von 1975, der den Oscar als bester Dokumentarfilm gewann.

 

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