Indien: Verdächtiger Uber-Taxifahrer schon einmal in Haft

Ein Fahrer des Taxi-Vermittlers Uber, der eine Frau in Indien vergewaltigt haben soll, saß schon einmal wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs im Gefängnis.
dpa |
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Neu Delhi - Das polizeiliche Führungszeugnis sei vor seiner Registrierung als Uber-Fahrer nicht überprüft worden, sagte ein Polizeisprecher in Neu Delhi. Uber führe diese Hintergrundchecks in der indischen Hauptstadt nie durch. Uber-Firmenchef Travis Kalanick gab dagegen dem indischen System eine Mitschuld: Für eine gewerbliche Fahrer-Lizenz gebe es in Indien solche Checks nicht, schrieb er in einem Blogeintrag.

Der Mann soll schon 2011 in seinem Taxi in Neu Delhi über eine Frau hergefallen sein, sagte Mathur Verma, Polizeichef des Nord-Distrikts der Hauptstadt Neu Delhi. Deswegen habe er sieben Monate lang in Untersuchungshaft gesessen. "Er wurde freigelassen, aber ich weiß noch nicht, aus welchem Grund", sagte Verma. Nach Informationen des indischen Nachrichtensenders NDTV gab es einen außergerichtlichen Vergleich. "Hätte Uber das Strafregister überprüft, hätten sie herausgefunden, dass der Mann vorbestraft war", sagte Polizeichef Verma weiter. Laut NDTV wurde Uber in Neu Delhi inzwischen verboten.

Der 32 Jahre alte Familienvater wird verdächtigt, am Freitag erneut eine Frau in seinem Auto vergewaltigt zu haben. Medizinische Tests bestätigten einen sexuellen Übergriff. Die 27 Jahre alte Mitarbeiterin eines Finanzunternehmens erzählte der Polizei, der Mann habe ihr gedroht, sie mit einer Eisenstange zu foltern.

Die Tat hat die Debatte über Gewalt gegen Frauen in Indien erneut angefacht. Die Antikorruptionspartei AAP protestierte nach Angaben der indischen Agentur IANS vor dem Haus des Innenministers Rajnath Singh. Sie forderten den Minister demnach auf, strenger mit dem Taxi-Vermittler Uber umzugehen. Mindestens 100 Demonstranten seien festgenommen worden.

Lesen Sie hier: Mutmaßliche Vergewaltigung in Taxi in Indien löst Debatte aus

Nach Angaben des Polizeichefs Verma sind in Neu Delhi Sicherheitschecks für Fahrer von Bus- und Taxiunternehmen verpflichtend - also für Unternehmen, die Fahrer anstellen, und sie nicht wie Uber nur vermitteln. "Uber führt solche Checks nie durch. Wenn sie das nun behaupten, ist es falsch." Uber hatte in einem Blogeintrag geschrieben, das Unternehmen arbeite nur mit registrierten und versicherten Fahrern zusammen. Über GPS werde zudem ständig ihr Aufenthaltsort übermittelt.

Uber-Chef Kalanick bemängelt die fehlende staatliche Kontrolle: "Wir werden mit der Regierung zusammenarbeiten, um klare Hintergrundchecks für gewerbliche Transportlizenzen zu etablieren, die derzeit noch fehlen." Das Unternehmen werde helfen, damit mit Hilfe von Technologie das Land für Frauen sicherer gemacht werden könne. "Wir werden alles tun, ich wiederhole: alles tun, um diesen Täter zur Rechenschaft zu ziehen."

In Deutschland müssten die Fahrer des Unternehmens ein einwandfreies Führungszeugnis vorlegen, sagte ein Uber-Sprecher in München. Außerdem werde hierzulande der Punktestand in Flensburg abgefragt sowie Kopien des Personalausweises und des Führerscheins hinterlegt.

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