Zwischennutzung: Arbeitsräume für Kreative im Gasteig
München - Bis zur Sanierung im September stellt die Zeitschrift Mucbook im ehemaligen Lokal "Gast" am Gasteig Arbeitsraum für Kreative zur Verfügung. Im "Optimistic Elephant" finden kreative Menschen, die daheim nicht arbeiten können, einen Arbeitsplatz - unter Einhaltung aller Hygieneregeln. Das Konzept ist aber nicht wegen Corona und der Homeoffice-Situation entstanden. Sondern lange davor.
Mucbook-Clubhaus: Zwischennutzung für Kreative
Mit Kreativität, Architektur, Design und den Menschen dahinter beschäftigt sich Mucbook-Gründer Marco Eisenack schon lange Zeit. Und fast genauso lange, sagt er, gibt es in der Stadt eine Lücke für Kreative: Arbeitsraum fehlt. Eisenacks Konzept: Auch mal was inNeuperlach starten. Freischaffende Kreative aus allen Bereichen können sich ein eigenes Büro nicht leisten. Offene Gemeinschaftsbüros, sogenannte Co-Working-Spaces, richten sich meistens an Firmen und sind schlicht zu teuer. Dafür gibt es jetzt das Mucbook-Clubhaus: Zwischennutzungen von verschiedenen Gebäuden in der ganzen Stadt für die Kreativwirtschaft.
Am Gasteig gibt es derzeit 50 Arbeitsplätze
2019 ging es in der Schillerstraße mit 20 Arbeitsplätzen für Startups, Architekten, aber auch Entwickler von Software und Apps los. Auch in der Mucbook-Zentrale im Westend und zuletzt in der Bayerstraße lief das Projekt erfolgreich an. Weitere Zwischennutzungen sind geplant in Schwabing und Neuperlach. "Wir wollen auch weniger angesagte Viertel in den Fokus der Kreativen bringen" so Eisenack.

Interessierte können für monatlich 150 Euro in einem der angebotenen Großraumbüros arbeiten. Wo genau, das kann man jeden Tag wieder neu entscheiden. Für 15 Euro gibt es auch einen Tagespass. "Uns geht es dabei nicht nur um die Arbeitsplätze, sondern vor allem um die Vernetzung. Hier kommen alte Welt und neue Welt zusammen" sagt Eisenack. Konkret möchte er Verwaltung und Politik mit der Kreativwirtschaft zusammenbringen.
Zum Konzept gehört - in Corona-losen Zeiten - auch Raum für Debatten, Lesungen und Workshops. Am Gasteig gibt's derzeit 50 Arbeitsplätze. Ohne Coronabeschränkungen wären es knapp 200. Jetzt arbeiten nur wenige.

Die Szene-Gastronomin Sandra Forster soll mit einsteigen
Eine davon sitzt nicht am Schreibtisch, sondern werkelt an ihrem neuesten Gastro-Projekt: Sandra Forster. Sobald es die Pandemie zulässt, eröffnet die Szene-Gastronomin im ehemaligen Gast das Restaurant Charlie Scout. Die Betreiberin von Lokalen wie Blitz und Charlie will noch nicht verraten, was genau die Gäste erwartet. "Wir befinden uns noch in der Testphase", sagt Forster auf AZ-Nachfrage. Mit einem Team von zirka 20 Leuten wird sie aber auch die große Gast-Außenterrasse am Gasteig bespielen. Im Moment feilt sie noch am Essenskonzept. Im Fokus wird - ganz coronakonform - die Terrasse des ehemaligen Gast stehen.