Wucher-Reparaturen: Polizei warnt

In der Stadt treiben derzeit vermehrt falsche Handwerker ihr Unwesen – die Polizei kann wenig gegen die Betrüger tun und rät, gar nicht erst auf spontane Sanierungsangebote einzugehen.
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Der Unbekannte wollte an den Schindeln des Rentners einen Schaden bemerkt haben. Für 15 Euro wollte er diesen schnell beheben. (Symbolbild)
dpa Der Unbekannte wollte an den Schindeln des Rentners einen Schaden bemerkt haben. Für 15 Euro wollte er diesen schnell beheben. (Symbolbild)

München - Ausgemacht waren 15 Euro, doch auf einmal sollte er 7000 Euro bezahlen. So unerfreulich endete für einen Rentner aus Berg am Laim die Begegnung mit einem angeblichen Handwerkertrupp. Begonnen hatte das für den Mann unfreiwillig teure Geschäft bereits wenige Stunden zuvor am Gartenzaun des 70-Jährigen.

Am Dienstag klingelte dort ein Mann, der vorgab, gerade beim Nachbarn Arbeiten am Dach zu erledigen. Dabei wollte er auch an den Schindeln des Rentners einen kleinen Schaden bemerkt haben. Für 15 Euro, so der Mann, könne er diesen jedoch schnell beheben. Als der Rentner einwilligte, kamen auf einmal drei weitere Handwerker auf sein Grundstück. Die machten sich umgehend daran, das Garagendach zu säubern und auch der Leiter des Trupps bot auf einmal Zusatzleistungen an: 180 Euro für eine komplette Dachsanierung.

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Zwar willigte der Rentner auch in dieses Geschäft ein, doch als die Männer fertig waren, wollten sie vom billigen Angebotspreis nichts mehr wissen: 7000 Euro forderten sie plötzlich von dem verdatterten 70-Jährigen.

Dahinter stecken organisierte Banden

Fälle wie dieser kommen in letzter Zeit häufig vor, berichtet Konrad Raab, Leiter des Kommissariats für Trick- und Taschendiebstahl bei der Münchner Polizei. „Es handelt sich dabei um osteuropäische Banden, die teilweise mit bis zu zehn Personen gleichzeitig bei den Leuten auftauchen.“ Die Reparaturen, die die Betrüger vornehmen, seien oft dilettantisch ausgeführt. Auch im Falle des Rentners aus Berg am Laim mussten alle durch die Männer angebrachten Dachplatten wieder abmontiert werden. „Sie waren für das Flachdach völlig ungeeignet“, so Raab.

Das Problem an der Masche: Selten kann die Polizei den Tätern den Betrug auch nachweisen. Denn da die Geschäfte spontan und ohne Verträge abgeschlossen werden, ist nur schwer nachvollziehbar, welche Leistungen, zu welchem Preis ursprünglich vereinbart worden waren. Deshalb rät Raab: „Sollten Sie Handwerker benötigen, suchen Sie sich in Ruhe Firmen aus und holen Sie Angebote ein, aber reagieren Sie nicht auf Angebote am Gartenzaun.“

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In Berg am Laim entkamen die Betrüger übrigens unerkannt. Allerdings erst nachdem sie den Rentner zu einer Zahlung von immerhin 2000 Euro gedrängt hatten. Laut Raab keine Seltenheit: „Diese Leute sind sehr gut darin, ihre Opfer auszuwählen und einzuschüchtern.“

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