Wildschweine: Abschuss ist auch keine Lösung

Vergangenes Jahr wurden im Freistaat 66000 Wildschweine erlegt. „Überflüssig!“, sagen Tierschützer und warnen davor, das Schwarzwild noch stärker zu bejagen.
Natalie Kettinger |
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Die Zahl der Wildschweine in Bayern steigt. Die Tiere abzuschießen, halten Tierschützer jedoch für die falsche Strategie.
dpa Die Zahl der Wildschweine in Bayern steigt. Die Tiere abzuschießen, halten Tierschützer jedoch für die falsche Strategie.

München - Der Münchner Tierschutzverein warnt davor, Wildschweine verstärkt zu bejagen – selbst wenn sich das Schwarzwild bis an die Stadtgrenzen vorwagen sollte. „Die Wildschweinjagd ist überflüssig“, sagt Sprecherin Judith Brettmeister. „Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.“

Die Argumente für eine verschärfte Bejagung - 2013 wurden im Freistaat rund 66000 Wildschweine abgeschossen - seien immer dieselben, so die Tierschützerin: „Es gibt zu viele Schwarzkittel. Sie vermehren sich explosionsartig. Die Schäden in der Landwirtschaft sind sehr hoch.“

Dabei würde die Reproduktion bei Wildtieren durch Abschüsse erst angekurbelt: „Werden im Winter viele Tiere bei der Jagd getötet, finden die überlebenden mehr Futter und können sich im Frühjahr früher und zahlenmäßig stärker fortpflanzen“, sagt Brettmeister. Denn unter hohem Jagddruck trete bei Wildschweinen die Geschlechtsreife früher ein, so dass Frischlingsbachen schon vor Ende des ersten Lebensjahres trächtig werden könnten.

Zudem verfüge Schwarzwild über eine sehr komplexe Sozialstruktur. „Eine Leitbache führt die Rotte an. Ist sie rauschig, sind auch alle anderen Bachen in der Rotte fruchtbar“, erklärt die Sprecherin des Tierschutzvereins. Werde die Leitbache, etwa zur Trophäenjagd, getötet, sei die Rotte „zerschossen“: „Die Tiere sind führungslos und brechen in Felder ein. Zudem werden alle anderen Bachen mehrmals im Jahr rauschig und vermehren sich ungezügelt.“

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