Warme Weichen: So heizt die Bahn dem Winter ein
München - Alle reden vom Wetter – auch bei der Bahn. Diesmal läuft es im Winter besser, versprach Bahn-Chef Rüdiger Grube. Mehr Personal, mehr Züge und mehr heizbare Weichen kündigte er an. Doch so richtig rund läuft’s auf der Schiene noch immer nicht.
Fünf Grad unter Null, heftiges Schneegestöber – und die S-Bahn kommt nicht. Bei der S8 und der S4 gab es teilweise sogar Zugausfälle. Dazu vereiste und zugeschneite Bahnsteige und Treppenstufen in vielen S-Bahnhöfen im Münchner Umland. Für viele Pendler glich der Start in die neue Arbeitswoche einem Hindernislauf unter Polarbedingungen.
Zum Schnee kam am Montagmorgen dann noch ein Notarzteinsatz am Hirschgarten, eine Person im Gleis zwischen Lochhausen und Pasing sowie eine defekte Weiche in Laim. Und schon geriet im gesamten S-Bahn-Netz der Betrieb aus dem Takt. Die Züge hatten auch noch am Mittag rund zehn Minuten Verspätung.
Auch die Privat-Bahnen kämpfen in diesen Tagen mit den Tücken des Winters. In Lenggries gab es am Montagmorgen Probleme im Stellwerk. Die Züge der Bayerischen Oberlandbahn hatten deshalb bis zu 15 Minuten Verspätung.
Die deutsche Bahn will dem Winter jetzt richtig einheizen – mit heizbaren Weichen. 300 sind es in München. In ganz Bayern sind 8000 der insgesamt 10000 Weichen beheizbar. Ausgerüstet sind alle wichtigen Strecken, in München besonders die S-Bahn-Linien. Problematisch wird es, wenn wie in Laim, ein Eisbrocken die Weiche verklemmt. Dann hilft die beste Heizung nichts. Dann müssen Räumtrupps ran.
Die Weichen funktionieren ähnlich wie bei der Zentralheizung im Haus. Sie schaltet sich bei Temperaturen von drei Grad automatisch ein. Die Heizstäbe können bis zu 100 Grad heiß werden. Sie funktionieren praktisch wie ein Tauchsieder. Nur schalten sie ab, wenn die Schiene sieben Grad warm ist.