Uralt-Rechner an den Schulen

Ein vertraulicher Bericht offenbart verfehlte Ziele, hohe Überstundenberge und viele Ungereimtheiten bei der IT-Ausstattung.
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Kinder vor einem PC. Das städtische IT-Projekt ist überfordert.
dpa Kinder vor einem PC. Das städtische IT-Projekt ist überfordert.

MÜNCHEN - Ein vertraulicher Bericht offenbart verfehlte Ziele, hohe Überstundenberge und viele Ungereimtheiten bei der IT-Ausstattung.

Laptop und G’lump – und das in der selbsternannten High-Tech-Hauptstadt München. Denn ein vertraulicher Bericht über die Computer-Welt in den Münchner Schulen und Kindertagesstätten, für die die Stadt verantwortlich ist, bringt teilweise katastrophale Zustände ans Licht. Das haben externe Controller von „CSC Deutsche Solutions“ herausgefunden.

Dabei geht es um ein städtisches Projekt zur Vernetzung von Schulen (da ist die Stadt als Sachaufwandsträger für die staatlichen und städtischen zuständig) und städtische Kindertagesstätten. Obwohl es das beim Schulreferat untergebrachte Projekt seit sieben Jahren gibt, hinkt es bis zu drei Jahre hinter den Zielen her. Das geht soweit, dass in Schulen vier Jahre alte Computer installiert werden. Die Lehrer schimpfen: Auf diesen alten Rechnern funktioniert keine neue Software mehr. Dabei sollten Rechner alle fünf Jahre erneuert werden.

Mehr noch: Es dauert mit den alten Rechnern bis zu einer halben Stunde, um sich in das städtische Schulnetzwerk anzumelden. Die Schulen hätten gerne das kabellose Wireless Lan. Doch das ist aus „Datenschutzgründen“ in städtischen Gebäuden verboten.

Der Hintergrund offenbart katastrophale Zustände in der Projektgruppe: 25 Prozent der Stellen (das sind 34) können nicht besetzt werden. Das führt dazu, dass die Projektgruppe aktuell 4445 Überstunden aufgebaut hat (Einzelne haben bis zu 790 Überstunden): Das sind zusammen 2,5 Personenjahre! Dadurch gibt es eine hohe Fluktuation (voriges Jahr suchten 24 Prozent der Mitarbeiter das Weite).

Das Projekt hat rund 40 Millionen Euro gekostet. Nun gibt es ein technisches Problem: Die Zulieferfirma hat Konkurs angemeldet. „Das hat die Stadt echt versaubeutelt“, klagt Stadtrat Georg Kronawitter (CSU). Er kritisiert, dass bei der Suche nach neuen Lieferanten und Dienstleistern nur ein zentraler Anbieter gesucht werde, was den Mittelstand ausschließe.

Willi Bock

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