Von Altomünster in die Oberpfalz: Schwester Apollonia (62) hat ein neues Zuhause

Der Montag war ein Tag voller Wehmut für Schwester Apollonia Buchinger. 25 Jahre lang hatte die, engagierte Ordensfrau im St. Birgitta-Kloster in Altomünster im Landkreis Dachau gelebt, gebetet und gearbeitet – zuletzt als Priorin. Doch eines Tages war sie die Einzige, die übrig geblieben war. Alle Mitschwestern waren gestorben oder lebten im Altenheim. Ende Januar wurde das Kloster nach fast 520 Jahren mangels Nachwuchs per Dekret aus dem Vatikan aufgelöst (AZ berichtete).
Am Montag kehrte Schwester Apollonia dem Kloster den Rücken – wohl für immer. Die 62-Jährige stieg in ein Auto, das sie nach Vilseck in der Oberpfalz brachte. Schwester Gabriele von den Franziskanerinnen in Schönbrunn und Ordinariatsdirektorin Gabriele Rüttiger begleiteten sie.
Ein Lächeln zum Abschied: Schwester Apollonia mit Schwester Gabriele beim Auszug aus dem St.-Birgitta-Kloster. Foto: EOM/G. Röttiger
In ihrer alten Heimat soll sie nun ihren "Lebensweg klären"
Für Schwester Apollonia ist es zugleich eine Rückkehr. Denn die rebellische Nonne, die bis zum Schluss für den Erhalt des Klosters gekämpft hatte, stammt aus der Oberpfalz.
In den kommenden drei Monaten wird die 62-Jährige nun erst einmal in einer Zwei-Zimmer-Wohnung am Marktplatz wohnen und "ihren Lebensweg klären", teilte das Erzbistum München und Freising gestern mit. Es zahlt die Miete samt Nebenkosten, die Beiträge zu den Sozialversicherungen sowie einen monatlichen Betrag für Verpflegung und sonstigen persönlichen Bedarf.
In Vilseck wartete bereits eine Freundin auf Schwester Apollonia. Gemeinsam leiteten die vier Frauen die Möbelpacker an. "Wir waren fröhlich und guter Stimmung", berichtete Rüttiger."