Streik in München: Hier steht heute alles still

Bei Kaufhof, Karstadt, Tengelmann und Real wollen die Mitarbeiter die Arbeit niederlegen. Welche Geschäfte in München und Umgebung betroffen sind.
von  zif
Hier wird heute überall gestreikt: Bei Karstadt, Kaufhof, Real und Tengelmann legen die Beschäftigten heute die Arbeit nieder – aus Protest gegen die Unternehmenspolitik.
Hier wird heute überall gestreikt: Bei Karstadt, Kaufhof, Real und Tengelmann legen die Beschäftigten heute die Arbeit nieder – aus Protest gegen die Unternehmenspolitik. © dvl, dpa

München - Die Gewerkschaft Verdi hat für den Einzelhandel in München einen Großkampftag am Freitag angekündigt. Zum Streik aufgerufen sind die Mitarbeiter der beiden Kaufhof-Häuser am Rotkreuzplatz und im OEZ, der Karstadt im OEZ und der Real-Supermarkt in der Margot-Kalinke-Straße in Milbertshofen.

In Eching gehen zudem die Beschäftigten des dortigen Tengelmann-Zentrallagers auf die Straße. Bei Tengelmann geht es um die anstehende Übernahme durch Edeka. Wie kürzlich bekannt wurde, ist in dem Kaufvertrag eine Klausel verankert, die einen höheren Preis zusichert, sollte Tengelmann vor dem endgültigen Verkauf noch Lagerstandorte, Fleischwerke und ähnliche Einrichtungen abbauen. Ursprünglich hatte Edeka zugesichert, dass die bundesweit 16.000 Angestellten alle übernommen werden. „Unsere Beschäftigten fühlen sich deshalb zu Recht verschaukelt“, sagt Manfred Schick, der Tengelmann-Betriebsratschef für die Region Süd.

Auch bei Kaufhof und Real geht es um ein umstrittenes Übernahme-Geschäft. Nachdem die Metro-Group die Warenhauskette Kaufhof kürzlich an einen kanadischen Investor verkauft hat, hat sie nun angekündigt, mit Real aus dem Flächentarifvertrag im Einzelhandel aussteigen zu wollen. Statt Dumping-Löhnen den Weg zu bereiten, sagt ein Verdi-Sprecher, hätte der Metro-Konzern die Kaufhof-Erlöse besser in seine Beschäftigten gesteckt.

Auch die Karstadt-Mitarbeiter ringen seit Monaten um ihre Arbeitsplätze und beteiligen sich deshalb am Streik. Bei Karstadt zeichnet sich nun allerdings eine Entspannung der Lage ab: Das gestundete Urlaubsgeld, hieß es gestern von Seiten des Unternehmens, soll im Juli ausgezahlt werden.

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