Gasteig-Umzug: Mieter schießen gegen die Stadt

Der Gasteig soll übergangsweise nach Sendling verlegt werden. 90 Prozent der Nutzer sollen dabei an der Hans-Preißinger-Straße bleiben können? Die Künstler sind da allerdings nicht so sicher.
Felix Müller |
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Ein neuer Gasteig in Sendling: So könnte das aussehen.
Clemens Bachmann Architekten CBA Ein neuer Gasteig in Sendling: So könnte das aussehen.

Der Gasteig soll übergangsweise nach Sendling verlegt werden. 90 Prozent der Nutzer sollen dabei an der Hans-Preißinger-Straße bleiben können? Die Künstler sind sich da allerdings nicht so sicher.

Sendling - Die Stadträte waren ganz begeistert von sich und ihrer Gasteig-Entscheidung. Die perfekte Lösung für die Umbauzeit, hieß es diese Woche. Aber auch mit den heutigen Nutzern, Künstlern und Handwerkern, sei man sich einig. "Bestandsmieter werden integriert", jubelten die Grünen per Mitteilung, "Künstlerateliers und Werkstätten" könnten "bis zum Ende der Interimszeit auf dem Gelände bleiben", teilte die SPD mit. Und die CSU erklärte, man bleibe mit den Mietern "in engem Kontakt".

Vom Stadtwerke-Areal an der Hans-Preißinger-Straße sind ganz andere Töne zu hören. Man habe zwar beim Friedensgipfel mit der Stadt einen Konsens gefunden, mit dem der Gasteig auf das Areal ziehen und die Mieter bleiben könnten. Aber: "Jetzt ist es an der Stadt, den Konsens nicht zu gefährden", wie Mirco Taliercio, der Sprecher der Nutzer, drohend sagt. Die SPD gefährde den Konsens mit der Idee, Stellplätze auf dem Areal zu schaffen und "Mieter für Parkplätze zu opfern".

Ein Drittel der Existenzen gefährdet?

Architekt Peter Hornung, der auf dem Areal arbeitet, widerspricht in einer Mail an die AZ den Zahlen aus dem Rathaus. Dort hieß es, 90 Prozent der Mieter könnten ins neue Konzept integriert werden. "Die Zahlen sind nicht belegbar und erzeugen ein Kuschelklima, bei dem der Eindruck entsteht, die Interimsnutzung sei einfach zu haben, ohne die Bestandsmieter zu verdrängen", schreibt er. "Das entspricht leider nicht den Tatsachen."

"Fakt" sei, dass ein Drittel der Existenzen gefährdet seien, etwa 50 Prozent der bisher genutzten Flächen würden für den Gasteig entfallen. "Für diese Mieter gibt es in der Konsenslösung keine Flächen." Entgegen Zusagen habe die Stadt keine adäquaten Alternativen angeboten und keine verbindlichen Hilfsangebote gemacht. Klingt alles, als sei der kurze Frieden von Sendling schon wieder vorbei.

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