Flüchtlinge in Siemens-Büros?

Die Stadt München prüft noch diese Woche, ob in den leerstehenden Siemens-Büros an der Richard-Strauss-Straße Flüchtlinge untergebracht werden können.
Petra Martin / Lokales |
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Der Siemens-Betriebsrat hat vorgeschlagen zu prüfen, ob in den alten Büros Flüchtlinge untergebracht werden können.
Google Earth / dpa Der Siemens-Betriebsrat hat vorgeschlagen zu prüfen, ob in den alten Büros Flüchtlinge untergebracht werden können.

Seit zwei Wochen stehen die Siemens-Büros an der Richard-Strauss-Straße leer. Der Siemens-Betriebsrat hat vorgeschlagen zu prüfen, ob auf dem Areal in Bogenhausen Flüchtlinge untergebracht werden können.

Bogenhausen - Vor zwei Wochen zogen die Mitarbeiter von den Siemens-Büros an der Richard-Strauss-Straße nach Neuperlach. Jetzt steht das rund 30 000 Quadratmeter große Areal samt Kantine und Sanitäranlagen leer. Der Siemens-Betriebsrat hat deshalb vorgeschlagen zu prüfen, ob dort Flüchtlinge untergebracht werden können.

Menschen aus Syrien, dem Irak oder anderen Ländern könnten hier in Bogenhausen eine vorübergehende Bleibe finden – falls die Immobilie geeignet ist.

Am Freitag fand eine erste Begehung statt.

Siemens-Sprecher Karlheinz Groebmair bestätigt auf AZ-Anfrage, dass das „Angbot steht“. Jetzt warte man auf die fachliche Beurteilung. Zu klären ist unter anderem der Brandschutz. In einer Gewerbeimmobilie gelten andere Vorschriften als in Gebäuden, in denen gewohnt - und zum Beispiel gekocht - wird.

„Noch diese Woche“ werden die zuständigen Fachstellen die Immobilie ansehen und prüfen, ob das ehemalige Siemens-Verwaltungsareal in Frage kommt, bestätigt Stefan Hauf, Pressesprecher der Stadt München.

Da es eine Gewerbeimmobilie ist, unterscheiden sich der Grundriss und die sanitären Anlagen von Wohngebäuden. Eine Frage ist, ob für die wohnliche Nutzung umgebaut werden muss.

Wie lange die Flüchtlinge in Bogenhausen bleiben könnten, muss ebenfalls geklärt werden. Sobald die Gebäude als geeignet gelten, will Oberbürgermeister Dieter Reiter auch die Anwohner informieren. „Das können wir erst machen, wenn wir konkrete Angaben zur Nutzung vorliegen haben,“ sagt Hauf.

Siemens-Chef Joe Kaeser steht hinter dem Vorschlag des Betriebsrats. Er und Oberbürgermeister Dieter Reiter stehen in Kontakt. Dabei rückte auch ein zweiter Standort wieder in den Fokus: der Siemens-Sportpark in Obersendling.

Die Stadt hat seit Jahren Interesse an dem Gelände, eine Einigung gab’s bisher nicht. Ob das rund 14 Hektar große Sportgelände mit Sporthalle und Vereinsgaststätte für Flüchtlinge in Frage kommt, soll nun ebenfalls geklärt werden. „Wir warten auf eine Antwort von Siemens“, so Hauf.

Um die Situation der Flüchtlinge weiter zu entspannen, sollen auch die Immobilien von anderen Unternehmen auf ihre Tauglichkeit geprüft werden. In der Bayernkaserne hat sich die Situation zwar entspannt, doch noch immer sind dort 200 Personen mehr untergebracht als eigentlich Platz ist.

Die Erstunterbringung soll laut Regierung von Oberbayern auf breitere Beine gestellt werden.

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