Ehrung für Münchner Künstlerinnen

Posthume Ehrung für ermordete Münchner Künstlerinnen - der Kommunalauschuss will zwei Plätze in Trudering-Riem nach den NS-Verfolgten benennen.
von  AZ
In diesem Bereich ermöglicht der neue bebauungsplan die Straßenbenennung nach den beiden Münchner Künstlerinnen.
In diesem Bereich ermöglicht der neue bebauungsplan die Straßenbenennung nach den beiden Münchner Künstlerinnen. © Google Maps

Posthume Ehrung für ermordete Münchner Künstlerinnen - der Kommunalauschuss will Plätze und Straßen in Trudering-Riem nach den NS-Verfolgten benennen.

Trudering-Riem - Ein neuer Bebauungsplan ermöglicht es, zwei neu entstehende Verkehrsflächen im Stadtbezirk Trudering-Riem nach zwei Münchner Künstlerinnen zu benennen, die während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden - Elisabeth Baerlein und Ilse von Twardowski.

Der Bezirksausschuss Trudering-Riem hatte schon vor einiger Zeit den Antrag gestellt, mit einer Straßenbenennung an die beiden Künstlerinnen zu erinnern. 

Durch den Bebauungsplan entsteht jetzt im Bereich südlich der Bahnlinie München-Ost – Simbach (Inn) zwischen Erdinger Straße und Leibengerstraße die Chance, die Künstlerinnen zu ehren.

In seiner Sitzung am Donnerstag (21. November) beschloss jetzt auch der zuständige Kommunalausschuss den Platz nordöstlich der Ecke Mittbacher Straße und Leibengerstraße Ilse-von-Twardowski-Platz und die neue Straße zwischen Theodor-Kober-Straße und der Bahnlinie München-Ost – Simbach (Inn) Elisabeth-Baerlein-Straße zu benennen.

Die Bildhauerin Ilse von Twardowski, geborene Conrat, lebte und arbeitete seit 1914 in München.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verboten diese ihr die weitere Berufsausübung.

Um ihrer Deportation im August 1942 zu entgehen, nahm sich Ilse von Twardowski am 9. August 1942 in Waldtrudering das Leben.

Die gebürtige Münchnerin Elisabeth Baerlein, studierte an der Akademie für Tonkunst sowie am Konservatorium „Trapp“ Geige und Kontrabass, bevor die Nationalsozialisten sie am 18. Juni 1942 nach Theresienstadt deportierten.

Im Jahr 1944 ermordeten die Nationalsozialisten sie im Vernichtungslager Auschwitz.

Ulrike Boesser, die kommunalpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion, sagte: „Mit der Neubenennung der beiden Verkehrsflächen haben wir die Chance nicht nur den beiden Münchner Künstlerinnen, sondern symbolisch auch den Tausenden in der NS-Zeit verfolgten und ermordeten Frauen zu gedenken.

So können wir auch ihr Schicksal und unsere immerwährende Verantwortung nochmals in Erinnerung rufen. Die SPD-Stadtratsfraktion tritt auch in Zukunft dafür ein, eine lebendige Erinnerung zu bewahren.“

 

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