Das Café Gap steht vor dem Aus

An der Goethestraße 30 bis 34 sollen neue Büro- und Geschäftshäuser entstehen. Café-Inhaber Norbert Abels rechnet jeden Moment damit, dass er weichen muss.
von  Anne Hund
Das Café Gap in der Goethestraße 34.
Das Café Gap in der Goethestraße 34. © ho

An der Goethestraße 30 bis 34 sollen neue Büro- und Geschäftshäuser entstehen. Café-Inhaber Norbert Abels rechnet jeden Moment damit, dass er weichen muss.

Ludwigsvorstadt - Bis zuletzt haben Norbert Abels und seine Mitarbeiter gehofft, dass ihr Café Gap von Baggern verschont bleibt. Inzwischen hat der Wirt von der Goethestraße 34 traurige Gewissheit: Sein Café muss wohl bald schließen. Nach 15 Jahren. Der kleine Pavillon in der Baulücke könnte jeden Moment abgerissen werden, sagte Inhaber Abels gestern der AZ. Ein Termin stehe noch nicht fest. Die Stadt muss den Bauantrag erst noch zu Ende prüfen.

„Wir rechnen aber jeden Moment mit dem Aus – vielleicht schon zum April", sagt Kneipier Abels. Der Eigentümer sei ein Investor, dieser wolle an der Stelle bald neue Häuser hochziehen. Auch zwei Nachbarhäuser seien deshalb vom Abriss bedroht.

Beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung heißt es zu den Planungen an der Goethestraße 30 bis 34 enstprechend: Ein Bauantrag seitens einer Immobilien GmbH liegt seit August 2012 vor. Der Antrag bezieht sich auf alle diese Hausnummern. Er trägt den Titel: "Um- und Neubauten eines Büro- und Geschäftsgebäudes mit großflächigem Einzelhandel". Gemeint ist wohl ein Supermarkt.

Noch sei der Bauantrag jedoch nicht fertig bearbeitet, sagt Referats-Sprecherin Katja Strohhäker. Es seien noch "verschiedenste Dinge zu klären". Vor allem, was das Rückgebäude in der Goethestraße 34 mit mehreren Stockwerken betrifft. Dieser historische Part ist womöglich erhaltenswürdig. Dann dürfte zumindest dieser Gebäudeteil nicht abgerissen werden.

Anders als der Pavillon in der Baulücke mit dem Café Gap. Die Stadt muss den Bauantrag für die Goethestraße 30 bis 34 im Gesamten prüfen.

Norbert Abels seufzt. Er habe die Verträge seiner Mitarbeiter nicht mehr verlängert. Sicher sei er enttäuscht, sagt er. Und doch wirkt der Kneipier einigermaßen gefasst. "Es war absehbar, dass es soweit kommen kann." Und dass der gemauerte Pavillon aus den 50er-Jahren früher oder später weichen muss. 

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