Bürgeraufstand: Hinter der Wawi fallen 500 Bäume!

Zwischen Waldwirtschaft und der Burg Schwaneck sollen etwa 500 Bäume fallen. Viele Münchner ärgert's. Der Konflikt.
Solln - Wer vom Stadtrand nach Süden in Richtung Waldwirtschaft radelt, genießt die frische Luft. Im Sommer spenden die Fichten, Ahorne und Birken Schatten. Tausende Münchner nutzen das Naherholungsgebiet am Isarhochufer für einen Ausflug, zum Radeln oder Wandern.
Doch jetzt wird die Idylle in der Nähe des Biergartens getrübt: Im Hochleitenwald zwischen der Waldwirtschaft, dem Bundesnachrichtendienst und der Burg Schwaneck sollen etwa 500 Bäume fallen. „Zu viele Bäume werden bei der Fällaktion auf dem zwischen 15 und 20 Hektar großen Waldstück bereits in Kürze abgesägt“, kritisiert Umweltschützer Thomas Jäger, viele Fichten, „und wohl auch hundert Laubbäume“.
Der Wald soll an der Stelle gelichtet werden. Der 54-Jährige Sollner spricht von einer "völlig übertriebenen Abholzaktion", die möglicherweise vermieden werden könnte. Und dies „ausgerechnet am Stadtrand“, kritisiert er, „es handelt sich um eines der beliebtesten Naherholungsgebiete für die Münchner in schönster Lage“.
Thomas Jäger steht nicht alleine da: Mit einer an den Landtag gerichteten Online-Petition will er die Abholzaktion im letzten Moment stoppen. „Schon 12.000 Leute haben gegen die Fällungen im Hochleitenwald gestimmt.“
Viel Zeit bleibt den Umweltschützern nicht. Sobald das Wetter passt, könnten die Bäume fallen, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn. Er wünscht sich für die Zukunft, dass die Bürger besser informiert werden.
Bei einem Gespräch habe der Förster seine Ziele inzwischen deutlich gemacht: Wo Fichten zu dicht gewachsen sind, wird der Wald lichter. Buchen sollen „natürlich“ nachwachsen.