Soziale Ungleichheit: Wie Corona Arm und Reich in München spaltet

Corona verstärkt soziale Ungleichheit: Immer mehr Menschen sind auf Hilfe angewiesen.
Autorenprofilbild Christina Hertel
Christina Hertel
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
1  Kommentar
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ bei Google News
Durch die Corona-Pandemie  werden soziale Ungleichheiten in München weiter verstärkt. (Symbolbild)
Durch die Corona-Pandemie werden soziale Ungleichheiten in München weiter verstärkt. (Symbolbild) © Peter Kneffel/dpa

München -Die Stadt der Reichen, der großen Autos, der sauberen Gehwege - so lautet das München-Klischee. Dazwischen leben aber auch immer mehr Menschen, die sich ein Leben hier immer schlechter leisten können.

Soziale Ungleichheit in München: "Pandemie wirkt wie ein Brennglas"

17 Prozent der Bevölkerung, also 270.000 Menschen, gelten in München als arm. Diese Zahlen stammen aus dem jüngsten Armutsbericht aus dem Jahr 2017 und könnten inzwischen sogar noch höher liegen.

"Die Pandemie wirkt wie ein Brennglas, indem sie vorhandene Ungleichheiten weiter verstärkt", sagt Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD).

Arbeitslosenquote von 3,2 auf 5,1 Prozent gestiegen

Zum Beispiel sei die Zahl derer, die bei einer Schuldnerberatung Rat suchten, sprunghaft gestiegen: von 12.999 Personen im Jahr 2019 auf 18.338 2020. Auch die Zahl der Arbeitslosen ist gewachsen: Zum Jahresende 2019 lag die Quote bei 3,2 Prozent. Im April kletterte sie auf 5,1 Prozent.

Die Sozialreferentin geht davon aus, dass das Geld, das all diese Menschen bislang vom Staat erhalten, in München bei Weitem nicht zum Überleben reicht.

Lesen Sie auch

Für die Zeit von Januar bis Juni 2021 hat die Bundesregierung für Sozialleistungsempfänger einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 150 Euro für Corona-bedingte Mehrkosten beschlossen.

Sozialreferat erhöht Regelsatz für Sozialhilfeempfänger um 22 Euro monatlich

Schiwy fordert aber, dass ein Zuschuss für Hygienemaßnahmen mindestens bis Ende 2021 gewährleistet sein muss. Außerdem sollte der Mindestlohn aus ihrer Sicht mindestens um die Hälfte angehoben werden. Auch die Möglichkeiten, sich etwas zur Grundsicherung dazu zuverdienen sollten ihr zufolge ausgebaut werden.

Das Sozialreferat erhöht den Regelsatz für Sozialhilfeempfänger bereits um 22 Euro pro Monat. Insgesamt investiert München laut Sozialreferat rund 22 Millionen Euro jährlich in freiwillige Leistungen und unterstützende Angebote.

Lesen Sie auch

Dazu zählt zum Beispiel der Mittagstisch in den Alten- und Service-Zentren, der für Menschen mit einem Einkommen bis 1.350 Euro gratis ist. Außerdem förderte die Stadt mit diesem Geld unter anderem während der Pandemie 8.500 Laptops.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
1 Kommentar
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • am 20.05.2021 15:23 Uhr / Bewertung:

    Und wieder ist Corona schuld!
    diese Ungleichheit zwischen Reich und Arm hat es schon vor Corona gegeben!
    Dass Kinder und Jugendliche psychische Probleme haben hat es auch schon vor Corona geben.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.