Roger Waters in München: OB Dieter Reiter "irritiert"

Im März 2023 soll Waters in München spielen, obwohl die Stadt BDS-Unterstützern keine Bühne mehr bieten will.
AZ/dpa |
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Der geplante Auftritt des britischen Musikers Roger Waters wird scharf kritisiert. (Archiv)
Der geplante Auftritt des britischen Musikers Roger Waters wird scharf kritisiert. (Archiv) © Jörg Carstensen/dpa

München - Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und auch Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle kritisieren ein geplantes Konzert des Pink-Floyd-Gründungsmitgliedes Roger Waters (79), das für März 2023 in München geplant ist. Waters habe sich als Unterstützer der Israel-Boykott-Bewegung BDS eindeutig antisemitisch positioniert.

Roger Waters: BDS-Unterstützung und Ukraine-Kritik

OB Dieter Reiter beurteilte auch Äußerungen Waters' zum Krieg gegen die Ukraine kritisch. "Im Lichte der verschwörungstheoretischen Äußerungen zum Angriffskrieg Russlands kann ich auch mit Blick auf unsere Partnerstadt Kiew, die gerade wieder schreckliche Bombenangriffe durch Russland erlebt, nur die Olympiapark GmbH bitten, nochmal zu prüfen, ob dieses Konzert tatsächlich stattfinden muss", teilte er mit.

"Es irritiert mich sehr, dass die Olympia-Park GmbH dieses Konzert auf städtischem Grund stattfinden lässt. Ich hatte davon keine Kenntnis." Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" über Kritik aus der Münchner Politik an dem Konzert berichtet.

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Ludwig Spaenle fordert Konzertabsage

Der Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle hat eine klare Forderung an Roger Waters: "Ich wünsche mir, dass der Musiker sich deutlich von der Bewegung Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen (BDS) distanziert", teilte er am Montag mit. "Die konkrete Politik jeder Staatsregierung, auch der israelischen, darf man kritisieren. Aber das Existenzrecht des Staates Israels ist für mich unverhandelbar." Er forderte die Stadt auf, den Vertrag für das im März 2023 in der städtischen Olympiahalle geplante Konzert zu kündigen, sollte Waters sich nicht von der Boykott-Bewegung distanzieren.

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hatte Waters 2018 Platz zehn der Rangliste der schlimmsten antisemitischen Vorfälle zugewiesen. Die BDS-Bewegung ruft Musiker, Sportler, Firmen und Politiker dazu auf, nicht in Israel zu investieren oder dort aufzutreten. Waters hat Vorwürfe des Antisemitismus zurückgewiesen und betont, diese Vorwürfe würden immer erhoben, wenn jemand Kritik an israelischer Politik übe.

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7 Kommentare
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  • ESC-Gast am 11.10.2022 18:31 Uhr / Bewertung:

    Immer die gleiche Leier. Kritik an Israels Regierung ist Antisemitismus. Einbeziehung der letzten Jahre bei der Betrachtung des Ukraine-Konflikts und Forcierung von Friedensverhandlungen und man ist Putin-Versteher oder -Befürworter. Unglaublich. Und wenn Reiter von verschwörungstheoretischen Äußerungen faselt, wenn Waters Geopolitik anführt, bestätigt das leider mein Bild vom OB.

  • Der wahre tscharlie am 11.10.2022 16:20 Uhr / Bewertung:

    Es ist ja nicht die erste "seltsame" Äußerung Roger Waters. Vor 2 Jahren oder so hat er schon mal eine etwas irritierente Aussage getätigt.
    Irgendwie erinnert er mich ein bischen an Ted Nugent, der im Alter auch zu einem knallharten Republikaner und Afro-Amerikaner beschimpfte.

  • Caligula am 11.10.2022 09:41 Uhr / Bewertung:

    In München genügt es für ein Konzert nicht, gute Musik zu machen, die politische Ausrichtung muß auch passen

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