Rendite bei Mietwohnungen zu niedrig? Und sie bauen doch

Immobilienverbände jammern, dass die niedrigen Renditen Investoren vom Bauen abhalten würden. AZ-Redakteur Christian Pfaffinger meint, dass die Probleme woanders liegen
Christian Pfaffinger |
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München - unattraktiv für Investoren. Ganz soweit ist es noch nicht.
dpa München - unattraktiv für Investoren. Ganz soweit ist es noch nicht.

München - Es mag also schon keiner mehr Mietwohnungen bauen, warnen Marktforscher, weil’s sich nicht mehr rentiert. So weit ist es dann aber doch noch nicht. Tatsächlich gibt es wohl kaum Fälle, bei denen ein Grund mit Mietwohnungen bebaut werden sollte und kein Investor da war. Erfahrungsgemäß findet sich da in München meist schon einer – vermutlich aus reiner Barmherzigkeit. Selbst wenn es im Fall von gefördertem Wohnraum oft die Stadt ist. Deren Kurs, vermehrt selbst zu bauen – und dabei vor allem Mietwohnungen –, ist richtig.

Falsch ist, dass die Rendite das Problem hinter der Wohnungsnot sein soll. Die wahren Probleme liegen darin, dass Bauland so knapp ausgewiesen wird, dass die Preise enorm hoch sind. Darin, dass alle mehr Wohnungen haben wollen, aber in der eigenen Nachbarschaft auf keinen Fall nachverdichtet werden soll. Oder darin, dass Umlandgemeinden das Münchner Mega-Wachstum nicht abfangen wollen. Darin, dass sich keine Investoren mehr finden, liegen sie nicht.

Bevor man sich jetzt um die Investoren kümmert, darf man sich ruhig eher um die Wohnungssuchenden kümmern. Und die würden zur Not sogar selbst bauen – wie zum Beispiel die ewig langen Wartelisten von Wohngenossenschaften zeigen.

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