Prozess um Millionenraub: Transportknacker kündigt Geständnis an

Im Transportknacker-Prozess hat der Angeklagte (27) ein Geständnis angekündigt. Gibt er auch preis, wo die Millionenbeute aus dem Geldtransporter steckt?
John Schneider |
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Der angeklagte Transportknacker vor Gericht.
jot Der angeklagte Transportknacker vor Gericht.

München - Böse Überraschung: Als die zwei Geldboten am Morgen des 24. August 2017 zurück zu ihrem Transporter wollten, war das vor einer Sparkasse in der Blumenau abgestellte Fahrzeug nicht mehr da. Der Fahrer hatte sich mitsamt der Geldkassetten davon gemacht – und so gemeinsam mit einem Komplizen über 1,1 Millionen Euro erbeutet (AZ berichtete).

Ende September sollte der Prozess gegen den 27-jährigen Rijad K. – er war sechs Wochen nach der Tat geschnappt worden – beginnen. Der Prozess platzte jedoch, weil die Verteidiger die Gerichtsbesetzung monierten. Eine vorgesehene Richterin war im Urlaub.

Angeklagter muss seinen Komplizen und das Geldversteck preisgeben

Am Freitag nun der zweite Anlauf. Die Verhandlung wird nach Verlesung der Anklage aber gleich wieder unterbrochen. Die Verteidiger des Geldtransporterfahrers regen ein Rechtsgespräch an. Tatsächlich kommt es zu einer Einigung der Prozessbeteiligten. Bei einem Geständnis darf Rijad K. davon ausgehen, dass er nicht länger als vier Jahre Haft zu befürchten hat, erklärt die Vorsitzende Richterin Judith Engel.

Es gibt allerdings zwei wichtige Bedingungen. Rijad K. muss preisgeben, wer sein Komplize ist. Ein Verdächtiger sitzt zwar in Haft, schweigt aber konsequent. Und die zweite Bedingung: Rijad K. muss sagen, wo die 1,146 Millionen Euro stecken. Ist das Geld bis Prozessende nicht wieder da, sei das Gericht nicht an die Absprache gebunden, erklärt die Richterin.

Kollegen des Transportknackers wurden nach der Tat gefeuert

Ihr Mandant sei zu aufgeregt, um das Geständnis gleich abzugeben, sagen die Verteidiger des 27-Jährigen am Freitag. Das soll aber als erstes am Montag nachgeholt werden. Reden tun aber die beiden düpierten Kollegen des Angeklagten. Sie waren nach der Tat von der Sicherheitsfirma gefeuert worden. "Dabei waren wir nicht schuld", bemerkt einer von ihnen im Zeugenstand. In seiner Stimme schwingt Bitterkeit mit.

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