Prozess am Landgericht: Münchner Mietautos nach Breslau verschoben
Von Mercedes SLK 200 bis Audi Q7 – Autos im Wert von 150.000 Euro hat ein 37-jähriger in München gestohlen. Doch er war nur ein kleines Licht „im großen kriminellen Ganzen“. So lief der Prozess.
Die großen Nutznießer und Hintermänner des lukrativen Autoklaus bleiben unbekannt. Immerhin ging der Polizei mit dem 37-jährigen Piotr K. (Name geändert) aber einer der Autodiebe ins Netz. Bei einer Verkehrskontrolle bei Bayreuth wurden die Polizisten misstrauisch. Piotr K. wurde am Steuer eines frisch geklauten Wagen festgesetzt – und redete und redete.
Sein Mandant gebe alles zu, erklärt auch Anwalt Joachim Schwarzenau im Prozess am Freitag. So wie es dieser schon bei der Polizei getan hatte. Nach diesem Muster lief der Autoklau: Piotr K., der seinen Job verloren hatte und wieder mit dem Trinken begonnen hatte, wurde vor dem Breslauer Arbeitsamt von einem Unbekannten angesprochen. Er hätte „Arbeit“ für den 37-Jährigen.
Bande erbeutete in München Mietautos im Wert von knapp 150.000 Euro
Welche Art Arbeit gemeint war, wurde Piotr K. kurz darauf eröffnet. Er sollte mit gefälschten Papieren Autos bei deutschen Mietwagenfirmen abholen und diese dann an einen Komplizen übergeben. Der war dazu auserkoren, die Wagen nach Polen zu fahren.
Drei Mal funktionierte diese Methode in München gut. Die Bande erbeutete unter anderem einen Mercedes SLK 200 und einen Audi Q7. Wert der gestohlenen Mietautos: Fast 150.000 Euro.
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Aber beim vierten Mal wurde Piotr K. nach der Übergabe zurückbeordert. Er solle das Auto selber nach Breslau fahren, wurde ihm von seinen Komplizen gesagt. Das ging prompt schief. Bei Bayreuth geriet der Schieber in eine Kontrolle.
Geständnis bewahrte den Angeklagten nicht vor Haft
Zwar war große kriminelle Energie für den Bandenbetrug nötig gewesen. Piotr K. ist aber nur ein kleines Teil „im großen kriminellen Ganzen“, plädiert Ankläger Johannes Rochner.
Das Geständnis, das über das hinausging, was die Ermittler schon wussten, wird dem 37-Jährigen von Amtsrichter Vincent Mayr hoch angerechnet. Zwei Jahre sechs Monate muss Piotr K. trotzdem in den Knast. In Handschellen verlässt er den Gerichtssaal. So wie er gekommen war.