Passanten mit Spielzeugwaffe in München bedroht: Sieben Monate Haft

Weil er im August mit einer Spielzeugwaffe Passanten zwischen Stachus und Sendlinger Tor bedroht hat, muss ein 29-Jähriger in Haft. Seine Tat hatte damals panische Reaktionen hervorgerufen.
Lukas Schauer |
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Das Urteil: Sieben Monate Haft.
Uli Deck/dpa Das Urteil: Sieben Monate Haft.

München - Wie bedrohlich die Situation gewirkt haben muss, machte die Aussage einer 47-Jährigen deutlich: "Ich drehte mich um und dann stand der Mann mit der Pistole circa 20 cm vor meinem Gesicht. Ich dachte, 'soll es das jetzt gewesen sein im Leben'. So einen Schock hatte ich noch nie. Es war Todesangst. Ich habe seine Augen gesehen und die Pistole und bin zusammengesackt. Er hat gelächelt. Ihm hat es gefallen, dass ich Angst hatte."

Erst im Nachhinein erfuhr die Zeugin – genauso wie alle anderen, die teils panisch die Polizei alarmiert hatten – dass es sich bei der Waffe um eine Spielzeugpistole gehandelt hatte.

Wegen dieser Tat und wegen eines vorangegangenen Diebstahls musste sich der Täter nun vor dem Münchner Amtsgericht verantworten.

Großeinsatz der Polizei am Stachus

Im August hatte der 29-Jährige einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst, zwölf Streifen waren im Einsatz. Am Stachus hatte der Mann seine Pistole auf ein Ehepaar gerichtet und den Abzug betätigt. In der Herzog-Wilhelm-Straße richtete er die vermeintliche Waffe dann gegen eine dritte Geschädigte, am Sendlinger Tor auf zwei weitere Passantinnen. Schließlich konnte ihn eine Streife in der Thalkirchner Straße festnehmen.

Vor Gericht gab der Arbeitslose die Tat sowie einen vorausgegangenen Diebstahl zu. "Ich habe die Spielzeugpistole auf dem Boden gefunden. Ich bin hin und her gegangen und habe gespielt. Ich hätte nie gedacht, dass ich wegen einer Spielzeugpistole eingesperrt werde", sagte er aus und fügte hinzu: "Ich entschuldige mich, ich habe das alles sehr bereut".

Täter muss sieben Monate ins Gefängnis

Sein Geständnis und seine Zeit in U-Haft wertete der Richter zugunsten des 29-Jährigen. Da er aber zum Tatzeitpunkt nur auf Bewährung auf freiem Fuß war und ihm keine günstige Sozialprognose gestellt werden konnte, verurteilte ihn das Gericht wegen Bedrohung, Diebstahls und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten ohne Bewährung.

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