Neubauer: Schnee-Walzer mit Versöhnung
Die Münchner feiern den Faschingsdienstag und Christine Neubauer tanzt für Dreharbeiten als Marktweib am Viktualienmarkt. Wie die Schauspielerin nach dem „Zickenalarm“ am Viktualienmarkt ankommt.
München - Es gibt Traditionen, die den Menschen so lieb geworden sind, dass man sie auch mal verändern darf. Warum sollte es beim Tanz der Marktweiber auf dem Viktualienmarkt am Faschingsdienstag anders sein? Also tanzten die Standl-frauen, wie immer farbenfroh aufgebrezelt, nicht bloß bieder bayerisch – sondern diesmal auch im Disco-Stil zum Korea-Import „Gangnam Style“ und zum „Time Wharp“ aus der „Rocky Horror Show“. Und, ebenfalls neu: Schauspielerin Christine Neubauer (50) durfte auch mitmachen auf der Bühne.
Neubauer war für Dreharbeiten von Franz Xaver Bogners Serie „München 7“ dabei (neue Folgen ab heute in der ARD, AZ berichtete). Im TV gibt Neubauer die Marktfrau „Elfi Pollinger“. Und als solche hatte sie Bogner in den Tanzkreis der echten Marktweiber integriert.
Das zeichnete dann gestern nicht nur Bogners Dreh-Team auf. Sondern auch Jose Campos, Neubauers chilenischer Lebensgefährte und Fotograf, knipste den Auftritt.
Ein Filzhut schützte Campos’ Haupthaar vor dem vielen Schnee. Des Wetters wegen waren, so schätzt die Polizei, 4500 Menschen auf den Viktualienmarkt gekommen. Sie hatte mit dem Dreifachen gerechnet.
Falls sich jemand auf eine Stunde Neubauer-Gucken Freude hatte, wurde er freilich enttäuscht. „Elfi“ tanzte lediglich die Anfangsformation mit und kam zum Schluss für einen Walzer und zwei andere Choreographien noch einmal auf die Bühne. „Leider konnte ich nicht bei allen Liedern mittanzen, weil ich krank war“, sagte Neubauer hinterher.
Freilich gab es Getuschel, ob das allein am Gesundheitszustand lag oder auch an den mangelnden Probeeinheiten. Christa Lang vom Obst- und Gemüsestandl hatte schon vorher via „Bild“ geätzt, Neubauer habe bei keiner Probe mitgemacht: „Wir brauchen sie nicht dabei zu haben.“
Hinterher waren die Frauen dann aber friedlich. Christa Lang: „Am Anfang war Zickenalarm – aber dann haben wir uns versöhnt.“ Neubauer selbst war professionell begeistert („Für mich als Original-Münchnerin war es super“) und konstatierte: „Es gab keinen Zickenkrieg.“
Die anderen Standlfrauen hielten sich im Urteil über Neubauer erkennbar zurück.
Immerhin, OB Christian Ude bekannte sich als Fan der tänzelnden Mimin: „Ich finde es super, dass sie mittanzt. Sie schaut ja toll aus. Ich bin mir sicher, dass diese Folge von ,München 7’ wieder sehr schön wird. Durch Frau Neubauer gewinnt der Tanz an Aufmerksamkeit. Trotzdem soll das kein Promi-Tanz werden, sondern die Tradition gefeiert werden."
Das klappte. Die Marktweiber ließen sich die Schau nicht stehlen, das Narrhalla-Prinzenpaar tanzte – und der Schnee wurde flugs zum „weißen Konfetti“ erklärt.
Ude fasste sich in seiner Ansprache kurz: „Ich weiß, was ihr durchmacht, es ist tierisch kalt. Und ich weiß, dass ihr keine lange Rede hören wollt.“
Dafür gab es dann tatsächlich lauten Beifall.