Nahverkehr: München ist sicher

Die schreckliche Tat in Solln ist das Thema in diesen Tagen - die Menschen fühlen sich auf den Bahnhöfen und nicht mehr sicher. Doch - insgesamt sinkt die Quote der Gewalttaten.
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Die Linie U3/U6 wird in den Osterferien komplett gesperrt
Mike Schmalz Die Linie U3/U6 wird in den Osterferien komplett gesperrt

MÜNCHEN/BERLIN - Die schreckliche Tat in Solln ist das Thema in diesen Tagen - die Menschen fühlen sich auf den Bahnhöfen und nicht mehr sicher. Doch - insgesamt sinkt die Quote der Gewalttaten.

Deutschlandweit sinkt die Zahl der Gewaltdelikte im Nahverkehr – auch, wenn viele nach dem Mord von Solln das Gegenteil vermuten. „Das subjektive Empfinden stimmt nicht mit den Zahlen überein“, sagt Peter Reichl von der Münchner Polizei. Der Überfall bestätigt aber einen anderen Trend: „Die Intensität der Übergriffe nimmt zu“, sagt Reichl. „Aber trotzdem bleibt München die sicherste Stadt Deutschlands.“

Die Lage in München:

Seit 1999 sind die Gewaltdelikte im Nahverkehr um 10,4 Prozent auf 251 zurückgegangen. Parallel stieg die Aufklärungsquote von 58,2 auf 67,7 Prozent. Im ersten Halbjahr 2009 ermittelte die Polizei in 114 Brutalo-Fällen – 16,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Hintergrund: „Vor allem seit dem Vorfall am Arabellapark sind wir im MVG-Bereich verstärkt unterwegs, allein 125000 Stunden im Jahr 2008“, sagt Peter Reichl.

Zum Vergleich:

Der Münchner Verkehrsverbund transportiert 700Millionen Passagiere pro Jahr. Die Berliner lösen in dieser Zeit rund 1,3 Milliarden Tickets. In der Hauptstadt wurden im vergangenen Jahr 6085 Fahrgäste Opfer von Körperverletzung, Nötigung oder Raub. Einen Todesfall hat es dort aber seit Jahren nicht gegeben.

Was tut die Münchner S-Bahn?

Ab dem Spätnachmittag werden 70 Prozent der Bahnen von Sicherheitsleuten begleitet. Zur Personalstärke verrät eine Bahnsprecherin nur: „In der Münchner S-Bahn werden überdurchschnittlich viele Sicherheitskräfte eingesetzt.“ Zudem ist jeder Zug mit Notruf-Sprechstellen ausgestattet, über die ein Kontakt zum Fahrer möglich ist. Außerdem sind in 105 Bahnen Kameras angebracht. Auch Haltestellen werden beobachtet. Welche, bleibt Bahngeheimnis. AZ-Leser bemängeln allerdings das Fehlen von Notrufeinrichtungen an manchen Bahnhöfen – etwa in Giesing oder auch in Deisenhofen.

Was tut die U-Bahn?

Die U-Bahnwache wurde nach dem Überfall am Arabellapark auf derzeit 133 Mitarbeiter aufgestockt. Dass Securitas 42 Mitarbeiter entlässt, ändert daran nichts. Im Gegenteil: Es sollen weitere Kräfte hinzukommen. Sechs U-Bahnwagen sind schon mit Überwachungskameras ausgestattet, nach dem Oktoberfest sollen alle Züge ausgerüstet werden. Zusätzlich sind in den U-Bahnhöfen insgesamt rund 800 Kameras installiert, auf die auch die Polizei Zugriff hat. Und es gibt Notruf-Sprechstellen an allen Bahnsteigen. nk

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