Nach Gabel-Gate: Jetzt wird Gästen der Strom berechnet

München - "Zweite Gabel? Macht 1,50 Euro!" Es war der Gesprächsstoff in Münchens Gastro-Welt Anfang August: In den drei Filialen vom Café Woerner’s (u. a. am Marienplatz und Sendlinger Tor) verlangt Chef Peter Wörner (nur das Firmenlogo schreibt sich mit "oe") 1,50 Euro extra für ein zweites Gedeck. In München, wo es oft leider eh schon übertrieben teuer ist, aushäusig zu essen und zu trinken, macht sich dieser zusätzliche Aufpreis freilich nicht nur Freunde.
Doch nach dem Gabel-Gate geht es jetzt für die Gäste des Café Woerner’s kostenpflichtig weiter. Neuerdings steht in allen Kaffeehaus-Filialen des Traditionsunternehmens an der Theke ein Schild.

Handy-Aufladen im Café Woerner’s kostet 50 Cent
"Liebe Gäste", ist darauf zu lesen, "hier können Sie Ihr Handy aufladen für 50 Cent".
50 Cent fürs Aufladen des Smartphones? Moment mal! Ist das nur fair – oder schon Verlade?

Tatsächlich kostet es, einer letzten Eon-Studie zufolge, je nach Handy nur bis zu 60 Cent, wenn man sein Handy insgesamt 100 Mal lädt. Die AZ-Recherche ergab: Ein einzelner Ladevorgang eines Handys – beispielsweise bei einem iPhone 6 – kostet exakt 0,236 Cent. Da sind 50 Cent dann doch ein bisserl teuerer, zumal nicht jedes Handy von den Gästen einen komplett leeren Akku haben dürfte. Aber: Was sagt Chef Peter Wörner zu seinen Strom-Kosten?
Einem Gast, der sich kürzlich im Café am Sendlinger Tor über die Handy-Gebühr beschwert hat, soll er geantwortet haben: "Das ist der normale Preis in München. Das machen alle so."
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