MVV wächst weiter: Was das Ticket von München nach Garmisch-Partenkirchen kosten wird

Die Macht der Streifenkarte wächst. Zum 1. Januar erweitert sich das MVV-Gebiet um zwei neue Landkreise. Und schon jetzt ist klar: 2026 kommt ein neuer Kandidat dazu, der die Alpen ganz nah an München rückt.
von  Tobias Singer
Der Regionalzug nach München in Garmisch-Partenkirchen. Ab 2026 kann man mit dem MVV-Ticket durchfahren.
Der Regionalzug nach München in Garmisch-Partenkirchen. Ab 2026 kann man mit dem MVV-Ticket durchfahren. © Imago

München - Zum Jahreswechsel wird das Gebiet des Münchner Verkehrsverbundes größer. Die Landkreise Landsberg am Lech und Weilheim-Schongau treten zum 01. Januar 2025 bei. Aber dabei bleibt es nicht. Was sich bereits Mitte des Jahres angekündigt hat, ist inzwischen beschlossene Sache: Der Kreistag des Landkreises Garmisch-Partenkirchen hat einstimmig dafür gestimmt, dem Münchner Verkehrsverbund MVV zum 01. Januar 2026 beizutreten.

Was das heißt? Dass zu den 3,7 Millionen Einwohnern im MVV-Gebiet (Stand Januar 2025) weitere 90.000 Menschen aus 22 Gemeinden hinzukommen. Laut MVV wächst die Fläche damit um rund 1000 km² auf dann 11.365 km².  Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sieht in der Vereinheitlichung von Preisen und Fahrplänen nicht nur eine gute Nachricht für die Fahrgäste aus dem Landkreis, sondern auch für die Tourismusregion. "Das erleichtert den Zugang zum ÖPNV ungemein und macht es auch für Tagesausflügler aus dem Großraum München attraktiver, vom Auto auf die Bahn umzusteigen." Das gelte auch für internationale Gäste, die am Münchner Flughafen ankommen und sich zukünftig nicht mehr mit verschiedenen Verkehrssystemen beschäftigen müssten. Der Freistaat übernehme "einen Großteil der anfallenden Kosten für Verbundbeitritte und -neugründungen."

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Entlastung vom Autoverkehr dringend nötig

Anton Speer, Landrat des Landkreises Garmisch-Partenkirchen, zeigt sich erfreut über das Ja des Kreistages und spricht von einem Meilenstein im Landkreis: "Seit fünf Jahren laufen die Bemühungen in unserem Landkreis, dem MVV beizutreten, jetzt ist es endlich soweit." Das bringe viele Chancen und Vorteile für unsere Bürgerinnen und Bürger sowie für unsere Gäste, so Speer. 


 MVV-Geschäftsführer Dr. Bernd Rosenbusch sieht einen Vorteil besonders in der Entlastung der Region vom Autoverkehr: Das könne dann öfter stehen gelassen werden, um mit den Öffentlichen zu fahren. Bernreiter sieht darin einen Vorteil, "gerade in einer Region, die vom Tourismus geprägt ist und dringend Entlastung braucht, was den Autoverkehr angeht."

So verändern sich die Preise im MVV bis nach Garmisch-Partenkirchen

In ein paar Beispielen zeigt der MVV, wie sich die Preisstruktur zukünftig im MVV-Gebiet ändert. Eine einfache Fahrt mit der Bahn von Garmisch-Partenkirchen nach Mittenwald würde demnach nach Tarifstand 2024 zukünftig nur 1,90 Euro statt 6,60 Euro kosten, nach Murnau 7,70 Euro statt 9,20 Euro.

Eine einfache Zugfahrt von Murnau nach Oberammergau läge im reformierten MVV-Gebiet dann bei 9 Euro statt bei 5,80 Euro, eine Fahrt von Garmisch-Partenkirchen nach München bei 23,90 Euro statt bisher 26 Euro. Auch Busverbindungen würden günstiger werden: Für eine Einzelfahrt von Garmisch-Partenkirchen nach Ettal würden Fahrgäste 3,90 Euro statt 6,20 Euro zahlen (Tarifstand 2024).

MVV bis nach Augsburg? Die Verhandlungen laufen

Der MVV könnte sich zukünftig auch nord-westlich von München erweitern. Der Augsburger und der Münchner Verkehrsverbund sind in Verhandlung. Der Aufsichtsrat des AVV hat laut Bericht der Augsburger Allgemeinen Zeitung gerade erst einstimmig für den Zusammenschluss im Nahverkehr gestimmt. Entschieden ist damit noch nichts, aber der Weg zur nächsten Erweiterung bereits geebnet. Im August meinten die MVV-Gesellschafter, dass man eine enge Zusammenarbeit in allen Varianten zwischen AVV und MVV unterstütze. "Wir als MVV GmbH stehen dem natürlich offen und positiv gegenüber", teilte der Münchner Verkehrsverbund mit. 

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