Mollath im Landtag: Lieber Gefängnis als Psychiatrie
Der seit sieben Jahren in der Psychatrie festgehaltene Gustl Mollath will lieber in einem normalen Gefängnis untergebracht werden, sollte er lebenslang in Sicherheitsverwahrung bleiben. Seine Gründe dafür
München - Der seit sieben Jahre gegen seinen Willen in der Psychiatrie festgehaltene Gustl Mollath hat um seine Unterbringung in einem normalen Gefängnis gebeten. „Sollte ich lebenslang in Sicherungsverwahrung bleiben müssen, wünsche ich mir eine Unterbringung in einem normalen Gefängnis“, sagte Mollath am Dienstag vor dem Mollath-Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags.
Er sei sicher, dass dort die Bedingungen deutlich besser seien als in der geschlossenen psychiatrischen Klinik. Er appellierte daher an die anwesenden Landespolitiker, dafür die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.
Der Freistaat Bayern könnte damit zugleich erhebliche Kosten sparen: „Die Unterbringung in einem normalen Gefängnis wäre etwa nur halb so teuer wie in der Psychiatrie.“ Derzeit koste seine Unterbringung in der Psychiatrie rund 100 000 Euro im Jahr. „Inzwischen belaufen sich die Kosten also auf rund 800 000 Euro“, fügte der 56-Jährige hinzu.
Zugleich hielt er in seiner Aussage vor dem Ausschuss weiterhin an den Schwarzgeldvorwürfen gegen seine Frau fest. Anfänglich habe die Bankerin im Auftrag ihres Arbeitgebers illegal Schwarzgelder von Bankkunden in die Schweiz geschafft, später sogar hinter dem Rücken der HypoVereinsbank Schwarzgeld-Transfers eingefädelt, sagte er. „Ich habe gewusst, das muss aufhören – zum Schutz meiner damaligen Frau und zu meinem Schutz“, sagte er. Da sich seine Ex-Frau aber uneinsichtig gezeigt habe, habe er keine andere Möglichkeit gesehen, als sich in Schreiben an beteiligte Banken, die Justiz sowie Politiker zu wenden.
Die frühere Frau des Nürnbergers Gustl Mollath hat bestritten, dass Schwarzgeld-Schiebereien jemals ein Thema zwischen ihr und ihrem Ex-Mann waren. Mollath war 2006 wegen vermuteter Gemeingefährlichkeit in die Psychiatrie eingewiesen worden – weil er laut damaligem Urteil seine Frau schwerst misshandelt und die Reifen mehrerer Dutzend Autos zerstochen habe. Mollath selbst und viele seiner Unterstützer glauben, er sei Opfer eines Komplott seiner früheren Ehefrau und der Justiz, weil er Schwarzgeldgeschäfte in Millionenhöhe aufgedeckt habe.