KVR-Chef fordert mehr Radwege
MÜNCHEN - Heute fahren 70 Prozent mehr Münchner mit dem Rad als noch im Jahre 2002. Der Anteil am Gesamtverkehr (Auto, MVV, zu Fuß) stieg damit von zehn auf 17,4 Prozent. Aber diese Medaille hat eine Kehrseite: Damit nehmen auch die Probleme und Konflikte zu, weil das Radwegenetz mit dem Wachstum nicht mithalten kann, wie KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle im Stadtrat zugab. Er fordert: Die Stadt muss viel mehr in den Ausbau der Rad-Infrastruktur investieren.
Umstritten war gestern im Stadtrat, ob es dafür eine Radlkampagne braucht. Die wurde 2010 begonnen und wird nun mit den Stimmen von SPD und Grünen um drei Jahre bis 2014 verlängert (erst waren zwei weitere Jahre vorgesehen). Ohne Radlclown – der ist gestrichen.
Das ursprünglich geplante Budget wird um 300000 Euro auf 1,6 Millionen Euro gekürzt. CSU, Linke und FDP sind gegen die Kampagne: Den Münchnern sei nicht zuzumuten, wenn gleichzeitig im KVR gespart und der Service schlechter werde.
KVR-Chef Wilfried Blume will den Schwerpunkt auf „Sicherheit und Rücksichtnahme” verlegen. „Wir müssen uns um die Qualität des Radfahrens kümmern”, meinte er: Denn es drängten sich immer Radler auf zu wenigen Radwegen.
Als eingefleischter Radfahrer kann er da mitreden. Das Urteil des Referenten über die die Lage in der „Radlhauptstadt München” ist hart: Die Situation werde sich weiter verschärfen, weil der der Anteil des Radverkehrs in zehn Jahren von 17,4 auf 25 Prozent steigen werde. Damit werde „das vorhandene Angebotsdefizit” sich „weiter verschärfen”. Und das „Konfliktpotenzial” „noch einmal mit unerfreulichen Konsequenzen für die Verkehrssicherheit” vergrößern.
Komisch, dass das bekannt ist, aber die Stadt trotzdem zu wenig macht.