"Kunden verstümmelt!"

Nachdem ein 19-Jähriger am Candidplatz von einer U-Bahn erfasst worden ist, fordert Stadtrat Kronawitter die Einführung eines technischen Frühwarnsystems.
Julia Lenders |
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U-Bahnhof Candidplatz: Um Unfälle wie den vom Samstag zu verhindern, werden elektronische Detektoren gefordert.
Petra Schramek U-Bahnhof Candidplatz: Um Unfälle wie den vom Samstag zu verhindern, werden elektronische Detektoren gefordert.

 Nachdem ein 19-Jähriger am Candidplatz von einer U-Bahn erfasst worden ist, fordert Stadtrat Kronawitter die Einführung eines technischen Frühwarnsystems. 

München -  Es geschieht immer wieder: Menschen stürzen auf die Gleise und werden von der U-Bahn erfasst. Wie zuletzt am Samstag, als es einen 19-Jährigen erwischte. Der Zug trennte ihm fast vollständig den Fuß ab.

CSU-Stadtrat Georg Kronawitter glaubt, dass viele solcher Unfälle vermieden werden könnten. Sein heftiger Vorwurf: Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nähme es hin, „dass immer wieder Kunden im U-Bahn-Gleisbereich verstümmelt werden oder zu Tode kommen, bloß weil einfache und vergleichsweise preiswerte elektronische Detektorsysteme bei der Münchner U-Bahn nicht nachgerüstet werden”.

Bereits vor mehr als einem Jahr hatte Kronawitter gemeinsam mit seinem Parteikollegen Michael Kuffer eine Anfrage gestellt. Sie wollten wissen, ob solche modernen Detektoren Unfälle verhindern könnten. Eine Antwort sei bis heute ausgeblieben.

Kronawitter: „Es ist nicht zu viel verlangt, diesen Raum da unten mit einer Lichtschranke zu bestücken – um einem Fahrer den Schock zu ersparen, dass er auf eine Person zufährt.” Er könne sich nicht vorstellen, dass so ein System sehr kostspielig wäre: „Lichtschranken sind in der Industrie seit langem im Einsatz.”

Bei der MVG selbst klingt das allerdings anders: „Derartige Techniken wurden bisher nur im Zusammenhang mit der Einführung eines fahrerlosen Betriebs realisiert, weil die Kosten dafür so immens hoch sind.” Für München sei der fahrerlose Betrieb bisher aber kein wirtschaftlich sinnvolles Thema.

Zurück zu dem 19-Jährigen, der am Samstag verletzt wurde. Sein Fuß konnte angenäht werden. Ob er je wieder normal laufen kann, ist aber noch ungewiss. 

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