Kranker Sohn (18) ersticht Freund der Mutter

Ein 18-Jähriger hat den Lebensgefährten seiner Mutter erstochen. Da der Täter psychisch krank ist, muss das Landgericht jetzt die Schuldfrage klären.
th |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen  AZ bei Google News
Der Angeklagte im Landgerichtssaal. Tom B. (18) wird zur Zeit in einer Klinik mit Medikamenten behandelt. Er leidet an einer paranoiden-halluzinatorischen Schizophrenie.
Andreas Gebert/dpa Der Angeklagte im Landgerichtssaal. Tom B. (18) wird zur Zeit in einer Klinik mit Medikamenten behandelt. Er leidet an einer paranoiden-halluzinatorischen Schizophrenie.

München - Es ist eine schreckliche Tragödie: Vor den Augen seiner Mutter hat Fachoberschüler Tom B. (18, Name geändert) deren Lebensgefährten Reiner von H. (48) mit dem Messer attackiert. Der Vertriebsmanager verstarb 45 Minuten später, noch am Tatort.

Im Prozess vor dem Landgericht München II müssen die Richter die Schuldfrage klären. Denn der junge Mann leidet an einer damals nicht erkennbaren psychotischen Störung, einer paranoiden-halluzinatorischen Schizophrenie. Das würde bedeuten: Tom B. wusste nicht, was er tat.

Es passierte am Sonntagabend des 9. Januar 2011. Der „Tatort“ war gerade zu Ende, als Krankenwagen und Polizeiautos mit Blaulicht in der ruhigen Wohnsiedlung von Gröbenzell eintrafen. Sie stoppten vor einem Einfamilienhaus. Hier lebte eine Mutter mit ihren Kindern und Lebensgefährten.

Kurz vor der Tat standen der Angeklagte, seine Mutter und Reiner von H. zwischen Küchen- und Wohnbereich an einem Tresen. Man unterhielt sich ruhig. Es gab keine verbale Auseinandersetzung, kein Hinweis, dass Tom D. jeden Augenblick ausflippen könnte. Doch plötzlich geschah das Unfassbare. Tom B. zog ein Messer aus seiner rechten Hosentasche, das er zuvor eigens eingesteckt haben muss. Er rammte ihm das Messer in den Hals und Schulter, schrie: „Das hast du jetzt davon!“

Reiner von H. konnte keinen der beiden Stiche abwehren. Die Wunde war 13,5 Zentimeter tief und durchtrennte die Halsschlagader sowie die Luftröhre. Als Tom B. in den Gerichtssaal geführt wird, kann man kaum glauben, dass der ruhig wirkende Angeklagte zu solch einer Tat fähig ist. Seine Anwälte Gerhard Bink und Markus Meißner: „Unser Mandant befindet sich derzeit in einer Klinik und wird mit Medikamenten behandelt.“

Tom B. wird nie mehr ein Leben ohne Medizin und ärztliche Hilfe führen können. Meißner: „Damit die Krankheit nicht ausbricht, muss er wie ein Diabetiker ständig Medikamente nehmen.“ Der Prozess dauert an.

 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
0 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.