Jetzt wird der Kampf härter

Noch zwei Wochen bis zum Volksentscheid über das totale Rauchverbot. Je näher die Abstimmung rückt, umso aggressiver wird die Stimmung – Plakate werden zerstört, Beschuldigungen laut
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Eines von vielen Nein-Plakaten, die zerstört wurden.
AZ Eines von vielen Nein-Plakaten, die zerstört wurden.

Noch zwei Wochen bis zum Volksentscheid über das totale Rauchverbot. Je näher die Abstimmung rückt, umso aggressiver wird die Stimmung – Plakate werden zerstört, Beschuldigungen laut

MÜNCHEN Vielleicht waren das schon die ersten Vorboten. Als sich das Aktionsbündnis „Volksentscheid Nichtraucherschutz“ vor ein paar Wochen an der Bavaria zur Kundgebung traf, mischten sich fünf Raucher unter die Glimmstängel-Gegner.

„Das ist eine Provokation“, rief einer der Zigaretten-Hasser. Und das war erst der Anfang. Denn mittlerweile wird mit härteren Bandagen gekämpft.

Die Gegner des totalen Rauchverbots berichten von zerstörten Plakaten in Augsburg, Passau, München. Sie erzählen, dass Unbekannte in der Müllerstraße Plakate von „Bayern sagt Nein“ einfach mit Aufklebern des Aktionsbündnisses für echten Nichtraucherschutz überklebt haben. Am Gärtnerplatz und der Reichenbachbrücke sind 40Poster ganz verschwunden. Die Befürworter des Rauchverbots berichten dasselbe. In Unterschleißheim verschwanden gleich ganze Plakatständer, an anderen Stellen wurden die Poster gewaltsam abgerissen.

In Nürnberg kochte die Auseinandersetzung vor einigen Tagen hoch. Zwischenzeitlich ließ die Stadt Plakate des Aktionsbündnisses „Bayern sagt Nein! Für Freiheit und Toleranz“ entfernen, denn es fehlte der vorgeschriebene Nachweis der Verantwortlichkeit. Mittlerweile dürfen die Poster hängen, doch die Betroffenen beklagen einen „unfairen Wahlkampf“.

Währenddessen spitzt sich die Diskussion über das Rauchen in Festzelten zu. Die Stiftung Kindergesundheit e.V. stellte gestern in München ein Poster vor, auf dem sich Kinder gegen Qualm aussprechen. „Viel Zeit zum Plakatieren bleibt allerdings nicht mehr“, sagten die Initiatoren bei der Präsentation.

Ob Pro oder Contra – die Lager suchen Unterstützung in der Öffentlichkeit. Das Ergebnis steht am 4. Juli abends fest. Die Bürger jedenfalls lässt die die Diskussion nicht kalt. Bis vergangenen Freitag hatten bereits knapp 77000 Münchner ihre Briefwahlunterlagen angefordert. Ganz ähnlich war die Beteiligung zuletzt bei der Kommunalwahl 2008. „Je näher der Abstimmungstag rückt, desto mehr Bürger werden sich zur Briefwahl entscheiden“, vermutet Klaus Kirchmann, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats.dur/va

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