Horrorpreise am Ackermannbogen

Genossenschaften und Baugemeinschaften können sich das nicht mehr leisten - selbst aus der Immobilienwirtschaft wird inzwischen Kritik an den Preisen laut.
Willi Bock |
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Am Ackermannbogen am Olympiaberg sind die Preise regelrecht explodiert.
R. Zimmermann Am Ackermannbogen am Olympiaberg sind die Preise regelrecht explodiert.

München - Die Preise auf dem Münchner Immobilienmarkt sind der pure Wahnsinn. Selbst aus der Immobilienwirtschaft wird inzwischen Kritik an den Preisen laut, die hier gezahlt werden. Vor allem von auswärtigen Investoren. Für die ist München trotz steigender Preise immer noch sehr lukrativ und eine sichere Anlage, wie Stadtbaurätin Elisabeth Merk in einem Bericht für den Stadtrat feststellt.
Als die Stadt voriges Jahr den vierten Bauabschnitt für den Ackermannbogen am Fuße des Olympiaberges und die ersten Areale der Funkkaserne verkaufen wollte, schlug ihr die Preiswelle entgegen.

Die Preisentwicklung: Beim ersten Bauabschnitt am Ackermannbogen kostete der Quadratmeter Geschossfläche zwischen 920 und 970 Euro. Beim dritten Bauabschnitt waren es zwischen 800 und 1070 Euro je Quadratmeter Geschossfläche. Für den 4. Bauabschnitt wurden die Preise im Mai 2010 mit 905 und 1185 Euro je Quadratmeter kalkuliert. Im November dann musste wegen der Preisexplosion ein neues Gutachten erstellt werden: Das kam auf 905 bis 1890 Euro! Fast das doppelte des ersten Bauabschnitts nur wenige Jahre zuvor.

Genossenschaften und Baugemeinschaften, die preiswerte Wohnungen für ihre Mitglieder bauen wollten, konnten sich diese Preise nicht mehr leisten. Die Stadt konnte die Preise aber auch nicht künstlich drücken: Sie musste für die ehemaligen Bundeswehrflächen durch einen Kaufvertrag mit dem Bund den Verkehrswert nehmen. Das gleiche gilt für die Funkkaserne an der Domagkstraße. So verteuerte sich am Ackermannbogen ein 8500 Quadratmeter großes Feld, das für Baugemeinschaften reserviert war, um fast 3,5 Millionen Euro. Damit hätte sich eine freifinanzierte Wohnung von 3700 Euro auf 4250 Euro verteuert. Unbezahlbar.

Genossenschaften hätten nach dem Bericht für den Stadtrat horrende Mieten verlangen müssen: So liegt die Kostenmiete bei einem Grundstückspreis von anfangs 1000 Euro bei 14 Euro je Quadratmeter. Bei 1890 Euro (wie es am Schluss waren) auf 19 Euro. Das kann sich keine Genossenschaft leisten. Nur wenn die Stadt eigene Grundstücke verkauft, die keine Auflagen haben wie beim Ackermannbogen und bei der Funkkaserne, kann sie preishemmende Auflagen machen. 

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