G7 in Elmau: Kein Parkplatz - Münchner Anwohner sauer

Der Polit-Gipfel in Elmau wirft seine Schatten voraus. Viele Stellplätze in der Stadt fallen weg, aus Sicherheitsgründen und weil die Polizei Platz braucht für ihre Autos.
Ralph Hub
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Mobile Halteverbotsschilder - in der Stadt München derzeit keine Seltenheit.
Mobile Halteverbotsschilder - in der Stadt München derzeit keine Seltenheit. © imago images/Deutzmann

München - Von einem Tag auf den anderen standen die Halteverbotschilder plötzlich herum - im Bereich der Frieden-, Trausnitz-, und Gammelsdorfer Straße, eigentlich überall rund ums Baureferat. "Bei uns in der Nachbarschaft sind Parkplätze eh schon Mangelware", ärgert sich AZ-Leserin Kerstin G.. Weil es in dem Bereich keine Parklizenzen gibt, stellen viele Urlauber auf dem Weg zum Flughafen hinter dem Ostbahnhof ihre Autos ab. "Dazu kommen noch Wohnmobile und Wohnanhänger, die hier oft wochenlang abgestellt sind."

 

Bereits während der Sicherheitskonferenz im vergangenen Februar fanden die Anwohner kaum mehr einen freien Stellplatz, weil ganze Straßenabschnitte für Einsatzfahrzeuge der Polizei reserviert waren. "Jetzt geht das Theater wieder los", ärgert sich Kerstin G., "was geht uns das G7-Treffen in Elmau an." Die Münchnerin rief im Präsidium an, um sich zu beschweren. Als Antwort bekam sie, der Platz werde für die Einsatzfahrzeuge der Polizei wegen des G7-Treffens benötigt.

Die Kaserne der Bereitschaftspolizei in der Rosenheimer Straße ist zwar nur einen Steinwurf entfernt, doch auch dort reicht der Platz bei weitem nicht aus.

In vielen Teilen Münchens stehen plötzlich Halteverbotsschilder

Inzwischen stehen überall im Stadtgebiet entlang bestimmter Streckenabschnitte Halteverbotsschilder. "Der große Teil dieser Haltverbotszonen tritt zwischen Donnerstag, 23. Juni, 8 Uhr und Dienstag, 28. Juni, 22 Uhr in Kraft", heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Präsidiums. Die verschiedenen Haltverbotszonen seien "unbedingt einzuhalten".

"Wer sein Auto in einem dieser Bereiche abgestellt hat, sollte es möglichst schnell umparken", rät Polizeisprecher Andreas Franken. "Andernfalls müssen wir die Fahrzeuge abschleppen lassen."

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Der Rummel um das G7-Treffen bringt den Münchnern noch so einige weitere unliebsame Überraschungen. Es werden auch vier wichtige Tunnelverbindungen in beide Fahrtrichtungen dichtgemacht. Betroffen sind der Landshuter-Allee-Tunnel, Luise-Kiesselbach-Tunnel, Trappentreutunnel und Petueltunnel. Sie werden in der Nacht von Donnerstag, 23. Juni, 20 Uhr bis einschließlich Freitag, 24. Juni, 6 Uhr zeitweise abgeriegelt. Die Gründe dafür will man im Präsidium nicht nennen. "Der Platz werde gebraucht", hieß es am Freitag reichlich nebulös.

Weil die Konferenzteilnehmer sicher vom Münchner Flughafen bis nach Garmisch eskortiert werden müssen, werden auch bestimmte Strecken im Stadtgebiet immer wieder kurzfristig gesperrt werden müssen. Welche Straßen wo und wann betroffen sein werden, lässt sich schwer voraussagen. Das hänge je nach Lage und vom Gefährdungsgrad der jeweiligen Personen ab, heißt es im Präsidium.

 

G7-Demo am 25. Juni in München

Die ganz wichtigen Politiker werden nach der Landung am Airport in Helikoptern direkt weiter bis vor das Schloss Elmau geflogen. Dort wurde sogar extra ein Landeplatz für die Konferenz eingerichtet. Kritiker des G7-Treffens werden in Garmisch auf der grünen Wiese ein Protestcamp einrichten, zudem sind Kundgebungen und Demos vor Ort geplant.

Auch in München wird gegen G7 demonstriert. Am Samstag, 25. Juni, ist eine Großkundgebung mit Demo-Zug beim KVR angemeldet. Rund 20.000 Demonstranten werden in München erwartet. Die Veranstaltung beginnt und endet auf der Theresienwiese. Start der Kundgebung ist um 12 Uhr. Die genaue Route, auf der die Demonstranten durch die Stadt ziehen werden, wird in Kooperationsgesprächen zwischen Veranstalter und Vertretern der Stadt in den kommenden Tagen abgeklärt. Es ist mit erheblichen Staus in der Innenstadt zu rechnen.

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40 Kommentare
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  • Boandlkramer am 19.06.2022 11:12 Uhr / Bewertung:

    Warum machen die in München so einen Bohei wenn zwei Autostunden entfernt in Garmisch der G7 Gipfel stattfindet? Sollte der Aufwand nicht eher vor Ort in Garmisch sein?

  • SL am 18.06.2022 21:45 Uhr / Bewertung:

    Ich verstehe die Kritik am G7-Treffen hier nicht. Schließlich kommen hier die Vertreter der 7 wichtigsten Industriestaaten (ohne China) zusammen um zu beraten und entscheiden über unseren Wohlstand, unsere Sicherheit, gerechte Vermögensverteilung usw. Zudem liefert gerade die Gegend um Elmau schöne Bilder für die ganze Welt. Man denke nur an das Foto Merkel mit Obama auf dm Bankerl. Ist und war auch eine enorme Werbung für den hiesigen Fremdenverkehr

  • Der Innsbrucker am 18.06.2022 16:45 Uhr / Bewertung:

    Es ist brutal was jetzt, eine Woche vor dem Gipfel und zu Ferienende auf der B2 zwischen Garmisch und Scharnitz aufgeführt wird. Ein Affentheater und eine Schikane gegenüber dem Bürger. Man muss sich die Frage stellen wie wenig Hirn unsere
    sogenannten Volksvertreter haben. Das ist eine Verschwendung von Steuergeldern, die
    angezeigt gehört. Und die Opposition in Bayern? Still ruht der See wie immer.

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