Frust nach Liebes-Aus: Randale im Polizeiauto

„Mach’ die Handschellen ab oder ich beiß dich in die Nase“, pöbelte Ex-MVG-Busfahrer Hans F. im Polizeiauto. „Wir sind gleich auf dem Revier“, beruhigte Polizist Jan Z. (27) den Gefangenen. Doch bis zur Polizeistation Holzkirchen kamen sie nicht ...
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Die Unfallstelle: Der Polizeiwagen wurde total zertrümmert.
az Die Unfallstelle: Der Polizeiwagen wurde total zertrümmert.

MÜNCHEN - „Mach’ die Handschellen ab oder ich beiß dich in die Nase“, pöbelte Ex-MVG-Busfahrer Hans F. im Polizeiauto. „Wir sind gleich auf dem Revier“, beruhigte Polizist Jan Z. (27) den Gefangenen. Doch bis zur Polizeistation Holzkirchen kamen sie nicht ...

Mit dem linken Fuß trat Hans F. (Name geändert) dem Fahrer Markus B. (39) bei Tempo 180 zweimal ins Lenkrad. Der Polizist verlor die Kontrolle. Der Wagen schleuderte die Böschung runter, krachte an einen Baum und überschlug sich. Alle Insassen kamen zum Glück mit Knochenbrüchen, Prellungen und Platzwunden davon.

Am Mittwoch stand Hans F. wegen des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Körperverletzung und Widerstand gegen Polizeibeamte vor einem Münchner Schöffengericht.

Frust über das Liebes-Aus

Auslöser war das Liebes-Aus der Freundin per Handy. Sie wollten sich am Nachmittag des 22. Oktober 2006 in Weyarn im Schrebergarten der Mutter des Angeklagten treffen. „Ich rief sie an, fragte, wo sie bleibt. Sie machte gleich Schluss.“ Seinen Kummer betäubte er mit vier Flaschen Sekt, die die Mutter im Gartenhäuschen gelagert hatte.

Gegen 19.10 Uhr setzte er sich auf seine Harley-Davidson, fuhr mit zirka 1,7 Promille auf der Salzburger Autobahn Richtung München. Auf der Fahrt verlor er den Helm, stoppte deshalb auf dem Standstreifen. Dabei fiel er einer Zivilstreife auf. Um sich einer Kontrolle zu entziehen, raste Hans F. davon, verließ bei Brunnthal die Autobahn. In Höhe Ikea war die Flucht vorbei. Da Hans F. randalierte, legten sie ihn in Handschellen und forderten Verstärkung an.

Zwei Jahre auf Bewährung

Die zwei Kollegen übernahmen Hans F., der sich am Mittwoch für seine Tat entschuldigte. Er bat um eine kurze Führerscheinsperre: „Die MVG will mich wieder als Busfahrer einstellen.“ Dann könnte er auch schneller seine Schulden, 54000 Euro sind durch den Vorfall entstanden, abbezahlen. Urteil: zwei Jahre Gefängnis mit Bewährung, 20 Monate Führerscheinsperre und eine Alkoholtherapie muss er machen.

Torsten Huber

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