Flüchtlinge sollen Praktika bei der Stadt machen

Die SPD will, dass Flüchtlingen und sozial Benachteiligten der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert wird – durch berufsvorbereitende Praktika in der Stadtverwaltung. Ein Vorteil für beide Seiten?
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Bettina Messinger (SPD), Vorsitzende im Ausschuss für Verwaltung und Personal, will, dass sich die Stadt mehr für Flüchtlinge öffnet.
dpa/ho Bettina Messinger (SPD), Vorsitzende im Ausschuss für Verwaltung und Personal, will, dass sich die Stadt mehr für Flüchtlinge öffnet.

München - Die Stadt hat ein Nachwuchsproblem. Zumindest behauptet das die SPD, die sich jetzt mit einem Antrag an Oberbürgermeister Dieter Reiter gewandt hat. Er soll prüfen, inwieweit man mit berufsvorbreitenden Praktika besonders Flüchtlingen und sozial Benachteiligten einen Einstieg ins Berufsleben bei der Stadt bieten kann. Dadurch würden beide Seiten profitieren.

In der Begründung heißt es, dass in Zeiten des Personalmangels sich auch "die Münchner Stadtverwaltung weiter öffnen" solle und "über die bisherigen Ausbildungsmöglichkeiten hinaus weitere Zugangswege ermöglichen" müsse. Die SPD verweist darauf, das viele Firmen Sondermodelle und Praktika anböten, um neues Personal zu gewinnen.

 

Städtische Mitarbeiter sollen sich engagieren

 

Rechtliche Rahmenbedingungen, wie beispielsweise asylrechtliche Wartezeiten, sind aber vorher zu klären, außerdem soll die Bundesagentur für Arbeit involviert werden. "Es geht keinesfalls darum, billige Interims-Arbeitskräfte zu gewinnen. Wir möchten erreichen, dass möglichst viele junge Menschen im Anschluss an ein Praktikum tatsächlich ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis bei der Stadt beginnen können. Zum einen sehen wir es als soziale Verantwortung der Stadt an, auch Flüchtlingen und jungen Menschen aus einkommensschwachen Familien Perspektiven zu eröffnen. Zum anderen profitiert auch die Stadt selbst, wenn sie neue Wege bei der Nachwuchsgewinnung einschlägt. Außerdem bringen geflüchtete Menschen oft berufliche und soziale Kompetenzen, interkulturelle Erfahrungen aus ihren Herkunftsländern und Mehrsprachigkeit mit. Diese Kompetenzen zahlen sich am Arbeitsplatz aus", so Bettina Messinger, Sprecherin des Personal- und Verwaltungsausschusses und SPD-Stadträtin.

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Neben dem Angebot, Flüchtlingen einen Praktikumsplatz zu bieten, nimmt die SPD in ihrem Antrag auch die Angestellten der städtischen Behörden in die Pflicht. Die Rathaus-Fraktion "würde es begrüßen, wenn die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingebunden würden, und diese sich zugunsten der Praktikantinnen und Praktikanten engagieren könnten – sei es durch Patenschaften, als Tandem-Partner oder durch konkret auf den Arbeitsplatz bezogene Deutschkurse."

 

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