Vom Bahnhofsviertel nach Bogenhausen: Pizzeria-Konzept soll bald die ganze Stadt erobern
Dass Johann Wolfgang von Goethe auf seiner berühmten Italienreise eine Pizza gegessen hat, ist unwahrscheinlich. Kathrin Wickenhäuser-Egger hat ihrem italienischen Lokal den Namen Strada del Goethe gegeben, weil es seinen Ursprung in der Goethestraße hat. Dem Italiener in der Goethestraße kam die Pandemie in die Quere, weshalb er, kaum eröffnet, schon wieder schließen musste. "Aber wir hatten so ein tolles Team dort. Das wollten wir unbedingt behalten", erzählt Wickenhäuser-Egger. Auch die Liebe zur Pizza ist geblieben, und so hat sie auch den neapolitanischen Pizzabäcker Ciro Borrelli damals nicht ziehen lassen.
Zusammen mit ihrem Mann Alexander Egger betreibt Wickenhäuser-Egger die Münchner Stubn in der Bayerstraße und bis letztes Jahr auch ein gleichnamiges Wiesnzelt. (Letzteres ist vorerst Geschichte.) Die Wirte bauten einen Pizzaofen in die gutbürgerliche Münchner Stubn. Seitdem backt Borrelli dort im Pop-up "Strada del Goethe" Pizza. Und weil die so gut ankommt, hat Wickenhäuser-Egger am Maria-Nindl-Platz im Prinz-Eugen-Park das erste Strada-del-Goethe-Restaurant eröffnet. Das Motto: Pizza, Pasta, Amore.

Aber warum ausgerechnet italienische Küche? Die Familie ist oft in Italien. Wickenhäuser-Eggers Schwager ist mit einer Italienerin verheiratet, sie selbst ist mit der Familie Andretta vom Großmarkt verwandt. Diese beliefert das Lokal mit italienischen Lebensmitteln. "Pizza und Pasta sind einfach etwas, das jeder mag", findet Wickenhäuser-Egger. Das Strada del Goethe ist schließlich ein Lokal für die Nachbarschaft.
Drei Mehlsorten und 72 Stunden, fertig ist der Pizzateig
Den Pizzateig hat Ciro Borrelli entwickelt. Dafür verwendet er drei verschiedene Mehlsorten. Welche, das bleibt das Geheimnis des Pizzabäckers. Der Teig fermentiert 72 Stunden, was ihn nicht nur fluffig-knusprig macht, sondern auch bekömmlich. Alle Zutaten, die auf die Pizza kommen, vom Mozzarella über den Schinken bis zu den Tomaten, bezieht das Strada del Goethe aus Italien. Die Pizzen werden maximal 90 Sekunden lang im Steinofen bei 450 Grad gebacken.
Auf der Karte stehen Klassiker wie Pizza Margherita (10,90 Euro) und Capricciosa (15 Euro), aber auch Eigenkreationen wie die „Strada del Goethe“ (18,90 Euro) mit Bresaola, Basilikumpesto, Burrata, Pinienkernen und Kirschtomaten oder die Mortazza (18,90 Euro) mit Pistaziencreme, Büffelmozzarella und Mortadella. Auch vegane Varianten sind erhältlich.

Um die Pasta kümmert sich Anna, die Mutter eines Mitarbeiters. Ob Rigatoni mit Pesto und Burrata (14,90 Euro), Carbonara (13,50 Euro), Spaghetti Scampi (16,90 Euro) oder Lasagna alla Bolognese (15,90 Euro): Anna macht alle Pastasoßen selbst, ebenfalls ausschließlich mit italienischen Zutaten und täglich frisch.
Weitere Filialen sind schon in Planung
Ein Glas Wein (0,2 l) dazu kostet 4,60 Euro, eine Halbe Helles von Oberbräu 4,90 Euro. Und weil Pizzateig so vielfältig ist, gibt es ihn sogar als Dessert: Scagnozzi Napoletani (8,90 Euro) sind die italienische Antwort auf Schmalznudeln. Die kleinen Stangen aus Hefeteig mit Nutella und Pistaziencreme essen sich fast von allein, wenn sie auf dem Tisch stehen.

Das Strada del Goethe hat 100 Plätze, auf der Freischankfläche kommen noch einmal 60 dazu. Die Nachbarn in dem Neubaugebiet haben das familiäre Restaurant schon ins Herz geschlossen. Wickenhäuser-Egger wünscht sich, dass es nicht bei dem einen Lokal bleibt. Weitere Strada-del-Goethe-Lokale sollen eröffnen. Die Suche nach passenden Immobilien läuft.
Maria-Nindl-Platz 4
Mo-So: 11 bis 23 Uhr
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