Grie Sos und Dibbelabbes

„Marc & Frankie’s“ sind in den Schoberwirt in der Au eingezogen. Nach eineinhalb Jahren ist das Wirtshaus jetzt wieder offen und auf der Karte hat sich einiges getan: Es gibt deutsche Tapas
Laura Kaufmann |
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Fesch: Der satte Blauton an der Bar. Passt gut zum alten Holz, und den meisten Gästen gefällt’s.
Petra Schramek 2 Fesch: Der satte Blauton an der Bar. Passt gut zum alten Holz, und den meisten Gästen gefällt’s.
„Frankie“ alias Frank Bialas: Mit seinem Kollegen Marc Goldstein hat er dem Schoberwirt in der Ohlmüllerstraße eine neue Richtung gegeben.
Petra Schramek 2 „Frankie“ alias Frank Bialas: Mit seinem Kollegen Marc Goldstein hat er dem Schoberwirt in der Ohlmüllerstraße eine neue Richtung gegeben.

Marco Goldstein streicht über den Tisch. „Wenn man so ein schönes Holz hat, muss man das zeigen“, sagt er. Mühsam haben er und sein Kollege Frank Bialas die dicke Lackschicht von Tischen und Dielen geschliffen. Eineinhalb Jahre stand die Wirtschaft aus dem Jahre 1829 leer.

Dass im Schoberwirt die Lüftungsrohre und die Lampen über dem Tresen jetzt in einem satten Blau strahlen, finden die einen wunderbar, die anderen sehen darin das Wirtshaus-Flair bedroht. Die einen, das sind die Jüngeren im Viertel, die Ausgehfreudigen, die jetzt dank Marc & Frankie’s abends auch mal darauf verzichten, den Weg über die Isar anzutreten. „Wir haben auch viele schwule Gäste, denen das Glockenbachviertel zu Schicki Micki oder zu teuer geworden ist“, sagt Goldstein. Die anderen, das sind vor allem alteingesessene Auer, denen ihr Schnitzel für 4,90 fehlt.

Die beiden Wirte geben sich Mühe, allen gerecht zu werden. Goldstein erklärt immer wieder gern, dass das Fleisch, Oberschale, von dem guten Metzger Lehner ums Eck kommt, und deswegen das Schnitzel ein bisserl mehr kostet. Neben der guten Stube ist auch die Karte modernisiert. „Bayerische Wirtshäuser gibt es viele gute hier“, sagt Goldstein. Im Schoberwirt können die Gäste zünftig essen – aber anders. „Ich bin Halbspanier, ich bin es nicht gewohnt, mich an Beilagen satt zu essen, lieber hier und da etwas probieren.“

Tapas hat der Schoberwirt auf der Karte. Keine spanischen, sondern solche aus ganz Deutschland. Grie Sos aus Hessen, Dibbelabbes aus dem Saarland (Reibekuchen mit Apfelmus), Kassler aus Berlin, Currywurst aus dem Ruhrgebiet, und natürlich das Schnitzel Wiener Art. Die kleinen Portionen kosten zwischen 3 und 5,80 Euro. Wer sich an einem Gericht satt essen mag, kann auch große bestellen (5,40 bis 10,40 Euro).

Zu den Tapas gibt’s eine Mittagskarte mit jeweils zwei deutschen Tagesgerichten. Ins Team haben sich die Wirte witzige Leute mit Ideen geholt, wie den tätowierten Scott, der einen Tatort-Abend am Sonntag initiiert hat. Montags soll es Live-Musik geben im Schoberwirt. Das passt in ein alteingesessenes Wirtshaus – und gefällt auch den Jungen.


Ohlmüllerstraße 20, täglich 11.30 bis 24 Uhr, marc-frankies.com, Tel.: 80 92 87 92

 

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